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Top-Thema – Podcast

Neue Wege im Kampf gegen Drogen

Seit Jahren versuchen viele Länder, illegale Drogen mit harten Mitteln zu bekämpfen – ohne großen Erfolg. Denn Drogen sind heute so weit verbreitet wie noch nie. Die Welt muss neue Strategien finden.‎

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Neue Wege im Kampf gegen Drogen – das Top-Thema als MP3

In den 1970er und -80er Jahren begannen viele Länder – wie zum Beispiel die USA –, die Herstellung und den Verkauf illegaler Drogen verstärkt mit militärischen Mitteln zu bekämpfen. Ausgangspunkt war die „Single Convention on Narcotic Drugs“ der Vereinten Nationen aus dem Jahr 1961, durch die viele Drogen verboten wurden. Experten sind heute aber der Meinung, dass man mit Gewalt den Kampf gegen Drogen nicht gewinnen kann. Drogen werden immer noch verkauft und konsumiert. Sie sind weiter verbreitet und billiger als früher.

Ein Bericht der London School of Economics (LSE) vom Mai 2014 kommt zu dem Ergebnis, dass die „No-drug-Politik“ der UN wenig sinnvoll ist. Wenn Drogenstrukturen in einem Gebiet zerstört werden, findet man sie in der Nachbarregion wieder. Andere Folgen der UN-Drogenpolitik sind laut LSE unter anderem, dass die Gewalt in Lateinamerika zugenommen hat und Länder wie Afghanistan unter politischer Instabilität leiden. Auch Drogen-Konsumenten wurden kriminalisiert. Und das hindert viele von ihnen daran, sich Hilfe zu suchen.

John Collins von der LSE sagt: „Das Geld, das bisher verschwendet wurde, muss umgeleitet werden in Programme, die schon Erfolge gezeigt haben.“ Besonders wichtig findet er, dass sich das Leben und die Gesundheit der Menschen, die Drogen nehmen, verbessern. Das ist zum Beispiel durch Methadon-Programme, Beratung und medizinische Hilfe möglich. Diese Maßnahmen müssten weltweit ausgebaut und besser finanziert werden, sagt Collins.

In einem zweiten Schritt müssten die Länder überlegen, wie sie in Zukunft mit dem Thema Drogen umgehen wollen. Uruguay hat sich zum Beispiel dafür entschieden, den Verkauf und den Konsum von Marihuana zu legalisieren. Neue internationale Strategien müssen aber erst noch entwickelt werden. Collins schlägt vor: „Ausprobieren, sehen, was passiert, und basierend darauf die Politik entsprechend anpassen.“


Glossar

illegal – hier: verboten

etwas bekämpfen – gegen etwas kämpfen; etwas stoppen

weit verbreitet sein – häufig vorkommen; hier auch: in vielen Ländern vorkommen

militärisch – hier: mit Waffen; mit Gewalt

Ausgangspunkt, -e (m.) – der Anfang; der Ursprung

Vereinten Nationen (nur Plural) – die UN; eine internationale politische Organisation

etwas konsumieren – hier: etwas zu sich nehmen; etwas verbrauchen (Substantiv: der Konsum; der Konsument/die Konsumentin)

Vorgehen (n., nur Singular) – die Methode; die Handlung

no drug (englisch) – keine Drogen

Drogenstruktur, -en (f.) – alles, was dazu führt, dass mit Drogen Geld gemacht wird (z. B. der → Anbau und der Verkauf von Drogen)

Instabilität (f., nur Singular) – hier: die Unsicherheit; die Krisen; die Unruhe

jemanden kriminalisieren – jemandem zu einem Verbrecher machen

etwas verschwenden – zu viel von etwas verbrauchen

etwas um|leiten – hier: etwas anders benutzen als bisher

Methadon (n., nur Singular) – eine Droge, die als Ersatz für Heroin eingesetzt wird

Maßnahme, -n (f.) – bestimmte Handlungen, mit denen man ein Ziel erreichen will

etwas aus|bauen – etwas größer machen; etwas weiterentwickeln

etwas legalisieren – etwas vom Gesetz her erlauben

auf etwas basieren – etwas als Grundlage für das weitere → Vorgehen nehmen

entsprechend – abhängig von etwas


Fragen zum Text

1. Welcher Satz ist richtig?
a) Viele Länder versuchen, den Kampf gegen illegale Drogen dadurch zu gewinnen, dass sie Gewalt einsetzen.
b) Wenn sich ein Bauer entscheidet, keine Drogen mehr anzubauen, beginnt sein Nachbar damit.
c) In den Ländern der Vereinten Nationen wird zu viel Geld für Methadon ausgegeben.

2. John Collins …
a) glaubt, dass es eine Zukunft ohne Drogen geben wird.
b) glaubt nicht, dass man die Lebenssituation von Drogen-Konsumenten verbessern kann.
c) glaubt, dass die Vereinten Nationen das Geld, das sie im Kampf gegen Drogen einsetzen, besser verwenden können.

3. Collins ist der Meinung, dass …
a) es nur einen richtigen Weg für die Zukunft gibt.
b) es schon viele gute internationale Strategien gibt, die man jetzt schon umsetzen könnte.
c) die Länder erst viele verschiedene Möglichkeiten testen müssen, bevor sie den richtigen Weg finden.

4. Wie heißt der Satz im Aktiv? „Drogenstrukturen wurden von den USA zerstört.“
a) Die USA zerstörte Drogenstrukturen.
b) Die USA wird Drogenstrukturen zerstören.
c) Drogenstrukturen zerstören von den USA.

5. Wie lautet die richtige Reihenfolge der Wörter? „müssen – verbessert –werden – die Methadon-Programme
a) Die Methadon-Programme werden verbessert müssen.
b) Die Methadon-Programme verbessert werden müssen.
c) Die Methadon-Programme müssen verbessert werden.


Arbeitsauftrag
Glaubt ihr, dass die UN-Drogenpolitik geändert werden muss? Informiert euch genauer im Internet darüber, diskutiert in Kleingruppen und präsentiert eure Ergebnisse im Kurs.

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