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Aktuell Amerika

Neue Vorwürfe gegen US-Soldaten in Afghanistan

Die Skandale der US-Truppen in Afghanistan reißen nicht ab. Erneut wird Soldaten Leichenschändung vorgeworfen.

Nach einem Bericht der "Los Angeles Times" haben US-Soldaten in Afghanistan mit Körperteilen toter Selbstmordattentäter posiert. Die Zeitung veröffentlichte abstoßende Bilder, die Männer in Uniform unter anderem mit blutigen, abgetrennten Beinen zeigen. Die "Los Angeles Times" erhielt die Fotos nach eigenen Angaben von einem US-Soldaten, der anonym bleiben und eine Wiederholung derartiger Vorfälle verhindern wolle. Die Fotos - so dieser Soldat - zeugten von einem "Verfall der Führung und Disziplin", der die Sicherheit der Truppen gefährden könne.

Fotos aus dem Jahr 2010

Die Bilder stammen der Zeitung zufolge aus dem Jahr 2010, als Fallschirmspringer der 82. Luftlande-Division den Auftrag bekommen hatten, die Leichen mutmaßlicher Selbstmordattentäter zu untersuchen, um sie identifizieren zu können. Stattdessen hätten die Soldaten die Toten für leichenschändende Fotos missbraucht.

Die US-Streitkräfte leiteten unverzüglich eine Untersuchung ein. Die Verantwortlichen für dieses "menschenverachtende Verhalten" würden im Rahmen der US-Militärjustiz zur Rechenschaft gezogen, sagte ein Sprecher des Pentagon. Verteidigungsminister Leon Panetta verurteilte das Verhalten der US-Soldaten "strengstens". "Diese Bilder spiegeln in keiner Weise die Werte oder den Professionalismus der breiten Mehrheit der US-Truppen wider, die heute in Afghanistan dienen", betonte der Minister.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, nannte die Bilder verwerflich. US-Präsident Barack Obama wolle, dass der Vorfall untersucht werde und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen würden.

Die US-Armee in Afghanistan wird seit Jahresbeginn von einer ganzen Reihe an Skandalen erschüttert: Im Januar tauchte ein Video auf, auf dem amerikanische Soldaten auf tote Taliban-Kämpfer urinierten. Im Februar wurden auf einer US-Basis Exemplare des Koran verbrannt. Ein US-Soldat ist derzeit angeklagt, bei einem Massaker im März 17 afghanische Zivilisten ermordet zu haben. Alle diese Vorfälle lösten massive Proteste der afghanischen Bevölkerung aus.

wl/kle (dpa,afp,dapd)

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