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Aktuell Asien

Neue Vorwürfe gegen NATO-Truppen

Wieder soll die NATO in Afghanistan etliche Zivilisten getötet haben - diesmal vor allem Kinder. Die NATO will das nicht bestätigen, doch Staatspräsident Hamid Karsai verurteilt den Luftangriff.

Die NATO hat im Osten Afghanistans nach Angaben der afghanischen Regierung bei einem Luftangriff elf Kinder getötet. Vor dem Luftangriff seien NATO-Truppen und afghanische Soldaten in einem Dorf in der Provinz Kunar beschossen worden, sagten afghanische Behördenvertreter. Bei Kämpfen mit den radikalislamischen Taliban seien außerdem sieben Aufständische sowie ein US-amerikanischer Militärberater getötet worden.

Die NATO-geführte ISAF-Truppe bestätigte zwar den Luftangriff, nicht aber den Tod von Zivilisten. Die NATO steht wegen ziviler Opfer in Afghanistan seit längerem in der Kritik. Der afghanische Präsident Hamid Karsai verurteilte nach Angaben seines Büros "den ISAF-Luftangriff in Kunar scharf, der elf Kinder tötete".

Menschliche Schutzschilde

Aus afghanischen Sicherheitskreisen verlautete, die Taliban hätten die Zivilisten als Schutzschilde missbraucht. "Wir wussten nicht, dass Frauen und Kinder im Haus waren", sagte ein Sicherheitsvertreter.

Der Osten Afghanistans an der Grenze zu Pakistan gilt als Hochburg der Taliban. Aber auch im Süden des Landes haben die Taliban am Wochenende wieder zugeschlagen. Bei dem Anschlag in der Unruheprovinz Sabul wurden am Samstag drei US-Soldaten, eine für die NATO arbeitende US-Diplomatin, ein afghanischer NATO-Mitarbeiter sowie mehrere Zivilisten getötet.

Unterdessen hat die Terrororganisation Al Kaida alle Muslime aufgerufen, für ein islamisches Kalifat zu kämpfen. Im Irak und in Afghanistan sei die von den USA angeführte westliche Koalition bereits zusammengebrochen, Frankreich werde in Mali dasselbe Schicksal erleiden, heißt es in einer Audibotschaft im Internet, die Eiman al-Sawahiri zugeschrieben wird. Er war nach dem Tod von Osama bin Laden im Mai 2011 an die Spitze von Al Kaida gerückt.

det/wa (afp, dpa, rtr)

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