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Aktuell Afrika

Neue Vorwürfe gegen Blauhelme in Zentralafrika

Der Skandal weitet sich aus - UN-Soldaten sollen in mehr Missbrauchsfälle verwickelt sein als bisher bekannt. Die Opfer: Minderjährige in einem Flüchtlingslager in der Zentralafrikanischen Republik.

UN-Soldaten in Bangui (Archivbild: picture-alliance/AA)

Mission unter Verdacht: UN-Soldaten in der zentralafrikanischen Hauptstadt Bangui (Archivbild)

Schon seit 2003 propagieren die Vereinten Nationen eine Null-Toleranz-Politik gegenüber sexueller Ausbeutung bei ihren Friedensmissionen. Doch bis heute kommen stets neue Vergehen ans Licht. Auch der Skandal um Kindesmissbrauch durch ausländische Soldaten in Zentralafrika weitet sich abermals aus. Wie ein UN-Sprecher in New York mitteilte, werden Blauhelmsoldaten aus dem Kongo verdächtigt, 2014 und 2015 vier Minderjährige in einem Flüchtlingslager sexuell missbraucht zu haben.

In der Zentralafrikanischen Republik werden seit einem Jahr immer wieder Missbrauchsvorwürfe gegen ausländische Soldaten erhoben. Unter Verdacht gerieten neben Blauhelmen aus afrikanischen Ländern auch französische Militärangehörige.

US-Diplomatin soll Fälle aufarbeiten

In der vergangenen Woche hatte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die US-Diplomatin Jane Holl Lute als Sonderbeauftragte ernannt, um den Umgang der Vereinten Nationen mit Missbrauchsfällen zu verbessern. Mitte August hatte Ban den Chef der UN-Mission in der Zentralafrikanischen Republik, Babacar Gaye, entlassen. Gaye war offiziell verantwortlich für das Verhalten der Soldaten, Polizisten und Zivilisten, die mit UN-Mandat im Land sind.

Das muslimische Rebellenbündnis Séléka hatte im März 2013 den damaligen Staatschef François Bozizé gestürzt. Der Putsch zog Zentralafrika in eine Spirale der Gewalt zwischen muslimischen und christlichen Milizen. Nach der militärischen Intervention Frankreichs in seiner ehemaligen Kolonie Ende 2013 folgte im September 2014 der UN-Blauhelm-Einsatz in dem Staat, der zu den ärmsten der Welt zählt. Die UN-Truppe für Zentralafrika umfasst derzeit mehr als 10.000 Soldaten.

jj/rb (afp, ap)