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Aktuell Welt

Neue Untersuchung zum Tod von UN-Chef Hammarskjöld

Der rätselhafte Tod des ehemaligen Generalsekretärs der Vereinten Nationen, Dag Hammarskjöld, soll aufgeklärt werden. Die UN beauftragten drei hochqualifizierte Experten mit der Aufgabe.

Der schwedische Diplomat Dag Hammarskjöld starb im September 1961 zusammen mit 15 weiteren Insassen bei einem Flugzeugabsturz über dem heutigen Sambia (Artikelbild). Er befand sich auf dem Weg in den Kongo, wo er ein Friedensabkommen aushandeln wollte. Schon damals gab es Hinweise darauf, dass die Maschine vom Typ Douglas DC-6 abgeschossen wurde, die aber nie bestätigt werden konnten.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon berief am Montag in New York eine Expertenkommission, die Licht ins Dunkel der nach wie vor ungeklärten Todesumstände seines Amtsvorgängers bringen soll.

UN Generalsekretär Dag Hammarskjöld

Dag Hammarskjöld, Ex-UN-Generalsekretär

Damit reagierte Ban auf einen Beschluss der UN-Generalversammlung von Ende Dezember vergangenen Jahres, in dem auf Antrag Schwedens festgelegt wurde, dass "alle neuen Informationen" zu Hammarskjölds Tod untersucht werden sollten.

Auftrag an Top-Experten

Chef der dreiköpfigen Kommission ist Mohamed Chande Othman, früher der oberste Richter Tansanias. Ihm zur Seite stehen die australische Luftfahrtexpertin und Pilotin Kerryn Macaulay und der Ballistikfachmann und Interpol-Berater Henrik Larsen aus Dänemark. Sie beginnen ihre Arbeit Ende März und haben dann drei Monate Zeit, neue Erkenntnisse über das Unglück von vor 53 Jahren zu gewinnen.

Eine frühere Untersuchung der Vereinten Nationen zur Unglücksursache war im Jahr 1962 ergebnislos geschlossen worden. Zu der jetzigen Neuauflage hat maßgeblich die Einschätzung von internationalen Rechtsexperten geführt, die sich im vergangenen Jahr davon überzeugt zeigten, dass neue Beweise zur Aufklärung des Falles führen könnten.

Infografik Hammarskjölds Absturz

Der Absturz der Maschine mit Hammarskjöld an Bord gibt nach wie vor viele Rätsel auf

Kann die NSA helfen?

In ihrem Bericht äußerten die Juristen die Ansicht, dass die für die Ermittlungen erforderlichen Aufzeichnungen von den USA zur Verfügung gestellt werden könnten. Deren Geheimdienst NSA habe zur damaligen Zeit erwiesenermaßen Informationen in der Region gesammelt. Möglicherweise seien darunter auch Aufnahmen des Funkverkehrs des Flughafens von Ndola, in dessen Nähe die Maschine mit Hammarskjöld an Bord abgestürzt war. Auch der Auslandsgeheimdienst CIA könnte damals mitgehört haben.

UN-Generalsekretär Ban rief alle UN-Staaten auf, jegliches Beweismaterial freizugeben, das die Wahrheit ans Licht bringen könnte.

Nobelpreis posthum verliehen

Dag Hammarskjöld ist bislang der einzige UN-Generalsekretär, der während seiner Amtszeit starb. Kurz nach seinem Tod wurde dem schwedischen Top-Diplomaten der Friedensnobelpreis verliehen. Hammarskjöld ist der einzige Preisträger, dem diese Ehre posthum zuteil wurde.

mak/jj (dpa, ap, afp)