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Wissen & Umwelt

Neue Therapie: Keine OP bei undichter Herzklappe

Der Mitral-Clip (Foto: UK Ulm)

Kleiner Clip, große Wirkung

Es ist eine Premiere: Ärzte der Ulmer Universitätsklinik haben erstmals per Katheter einen Clip auf die undichte Einlassklappe einer Herzkammer gesetzt. Ohne den Brustkorb des Patienten öffnen zu müssen, konnte so die undichte Klappe repariert werden. Weltweit bieten nur wenige Zentren diesen Eingriff an.

"Wenn die Mitralklappe nicht richtig schließt, kommt es zu einem Rückstau des Blutes in der Lunge. Die Patienten leiden in der Folge unter Leistungsschwäche und erheblicher Atemnot", erklärt Prof. Dr. Wolfgang Rottbauer, ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin II und leitender Arzt des Eingriffs. So eine undichte Mitralklappe trete häufig auf - in der Fachsprache wird sie Mitralklappeninsuffizienz genannt.

"Der Katheter wird zunächst über die rechte Leistenvene in den rechten Vorhof des Herzens geschoben", erklärt Prof. Dr. Jochen Wöhrle, Leitender Oberarzt an der Klinik Ulm, den Eingriff. Von dort gelangt er über die Vorhofscheidewand in den linken Vorhof direkt über die Mitralklappe. An dieser Stelle, an der die Herzklappe undicht ist, wird dann der Clip platziert. Er hält die Klappenränder zusammen. Die undichte Stelle an der Herzklappe wird dadurch kleiner. Per Ultraschall können die Ärzte dann die Position des Clips und die Funktion der Mitralklappe überprüfen.

Kreislaufsystem Herz (Foto: Okapia KG)

Der Aufbau des menschlichen Herzens

Enorme Verbesserung für Patienten

Das Herz musste bislang immer kurzfristig stillgelegt, der Patient an die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen werden. Diese konventionelle Therapieform berge ein großes Risiko, sagt Rottbauer. Die neue Behandlungsmethode sei deutlich schonender für den Patienten.

Mit dem Mitral-Clipping kann nun ein zweiter häufig auftretender Herzklappenfehler ohne Operation therapiert werden. Auch der Ersatz einer verengten Aortenklappe (zwischen linker Herzkammer und Hauptschlagader) wird bereits seit einigen Jahren über die Leistevene durchgeführt.

Autor: Nicole Scherschun
Redaktion: Fabian Schmidt

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