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Fußball

Neue Terror-Drohungen gegen Deutschland

Kurz vor der Bundestagswahl verstärken Islamisten ihre Drohungen gegen Deutschland und andere europäische Staaten. Sowohl Osama bin Laden als auch die Taliban meldeten sich mit neuen Audio- und Videobotschaften zu Wort.

Osama bin Laden vor Europakarte (Foto: AP)

Osama bin Laden: Drohungen in neuer Audiobotschaft

Europa und vor allem Deutschland rücken zunehmend ins Visier des Terrornetzwerks El Kaida und der radikal-islamischen Taliban. In einer neuen Audiobotschaft droht El Kaida-Chef Osama bin Laden den Europäern wegen ihres Engagements in Afghanistan mit Vergeltung.

Bekkay Harrach (Foto: dpa)

Bekkay Harrach alias Abu Talha

Zuvor war bereits ein weiteres El Kaida-Video mit Terrordrohungen des Bonner Extremisten Bekkay Harrach bekannt geworden, der sich auch "Abu Talha" nennt. Titel seiner nunmehr dritten Terrordrohung innerhalb von sieben Tagen: "O Allah I Love You 2". Zu hören ist eine fast 40minütige Erklärung Harrachs in deutscher Sprache.

"Bande von Kriminellen"

In der Audiobotschaft Bin Ladens heißt es, wegen ihrer Allianz mit den USA trügen die Europäer eine Mitschuld an den tödlichen Luftangriffen der NATO auf Zivilpersonen in Afghanistan. "Ein weiser Mensch würde seine Söhne und sein Geld nicht für eine Bande von Kriminellen in Washington verschwenden", fuhr Bin Laden fort. "Wir verlangen nicht zuviel und nichts Unangemessenes von euch, sondern wir betrachten es als fair, dass ihr eure Unterdrückung beendet und eure Truppen zurückzieht." Und wiederum direkt an die Adresse Europas gerichtet, fügte Bin Laden hinzu: "Wie glaubt ihr wohl, wie es euch ergehen wird, wenn sich Amerika - so Allah will - zurückzieht und wir im Namen der Unterdrückten an den Unterdrückern Vergeltung üben?"

Die Audiobotschaft wurde über ein Video gesprochen, in dem Bin Laden selbst nicht als Redner zu sehen ist. Es wurde lediglich ein Foto von ihm vor der Landkarte Europas gezeigt. Der Text wurde auch in deutschen und englischen Untertiteln wiedergegeben.

Das "konkreteste Drohvideo"

Blick in den Hauptbahnhof Hamburg (Foto: dpa)

Der Hauptbahnhof Hamburg: Ein mögliches Anschlagsziel?

Das Bundesinnenministerium in Berlin bestätigte inzwischen, dass in einem neu aufgetauchten Video auch die Taliban mit Anschlägen in Deutschland drohen. Zu den Äußerungen des Extremisten, der sich "Ajjub" nennt, werden Fotos vom Brandenburger Tor, dem Hauptbahnhof in Hamburg, dem Oktoberfest in München, dem Kölner Dom und der Frankfurter Skyline eingeblendet. Innenminister Wolfgang Schäuble und Verteidigungsminister Franz-Josef Jung werden ebenfalls gezeigt.

Man halte das Taliban-Video nach erster Analyse für "das konkreteste Drohvideo, das sich je gegen Deutschland richtete", sagte ein deutscher Sicherheitsbeamter dem Internetportal "Spiegel Online". Es würden Orte für mögliche Anschläge gezeigt und der Bundesverteidigungsminister "konkret als Zielperson eingeblendet". "Das gab es in dieser expliziten Form noch nie."

Eine "abstrakte" Terrorgefahr?

Das Taliban-Video werde derzeit gesichtet und ausgewertet, sagte der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Stefan Paris. "Wir nehmen das Video sehr ernst", erklärte er. Es sei jedoch weiter von einer abstrakten und nicht von einer konkreten Terrorgefahr auszugehen. Für eine nochmalige Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen vor der Bundestagswahl sehe man daher vorerst keinen Grund. Schließlich hätten die Behörden bereits nach dem vorige Woche veröffentlichten ersten Video des Deutsch-Marokkaners Harrach die Sicherheitsmaßnahmen hochgefahren. "Dieser Stand wird auch zunächst einmal bleiben", erklärte Paris.

Bundespolizist am Frankfurter Flughafen (Foto: AP)

Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen: Ein Bundespolizist am Frankfurter Rhein-Main-Flughafen

Am Freitag vergangener Woche hatte Harrach den Deutschen mit einem "bösen Erwachen" gedroht, sollten sich die Wähler bei der Bundestagswahl nicht für einen Politikwechsel entscheiden. Deutschland würde nur dann von Anschlägen verschont, wenn es seine Truppen aus Afghanistan abziehe. Harrach rief die Muslime in Deutschland auf, sich in den zwei Wochen nach der Wahl "von allem, was nicht lebensnotwendig ist", fernzuhalten. (wa/bu/afp/dpa/rtr/ap)

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