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Aktuell Asien

Neue Spannungen in Kaschmir

Fünf indische Soldaten sind in der Unruheregion Kaschmir im Grenzgebiet zu Pakistan getötet worden. Dem vorsichtigen Annäherungsprozess der Nachbarstaaten droht ein Rückschlag.

Verteidigungsminister A. K. Antony sagte im Parlament in Neu-Delhi, eine Gruppe von militanten Kämpfern und anderen Angreifern in pakistanischen Uniformen hätte einen indischen Armeeposten in Kaschmir beschossen (im Bild anti-pakistanische Proteste gegen den Angriff in Indien) . Eine Beteiliigung pakistanischer Soldaten an dem Angriff wurde von der Armee des islamischen Nachbarlandes umgehend dementiert. Der Regierungschef des indischen Bundesstaates Jammu und Kaschmir, Omar Abdullah, erklärte im Kurznachrichtendienst Twitter: "Diese Vorfälle helfen nicht dabei, die Beziehungen zu Pakistan zu normalisieren oder sogar zu verbessern."

Indien beschuldigt Pakistan, islamistische Aufständische in Kaschmir zu bewaffnen und zu schützen. Pakistan weist diesen Vorwurf zurück und erklärt, die überwiegend muslimische Bevölkerung in der Himalaya-Region lediglich moralisch zu unterstützen. Seit der Unabhängigkeit von Großbritannien 1947 haben Pakistan und Indien dreimal gegeneinander Krieg geführt, zweimal allein um Kaschmir. Seit 2003 gilt in der umstrittenen Region ein Waffenstillstand.

Friedensverhandlungen zwischen den beiden Atommächten liegen seit Januar auf Eis, nachdem ein indischer Soldat bei einem Angriff enthauptet worden war. Inzwischen sind sich beide Länder aber wieder näher gekommen. Der neue pakistanische Ministerpräsident Nawaz Sharif hat bessere Beziehungen zum Nachbarland in Aussicht gestellt. Vertreter beider Seiten halten es für möglich, dass sich Sharif und sein indischer Amtskollege Manmohan Singh im September am Rande der UN-Vollversammlung in New York treffen werden.

wl/ml (dpa, rtr)