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Aktuell Afrika

Neue Scharmützel in Timbuktu

In der nordmalischen Wüstenstadt Timbuktu haben sich Soldaten und Islamisten den dritten Tag in Folge Gefechte geliefert. Derweil bekannte sich Al-Kaida zum jüngsten Angriff auf einen Kontrollposten in der Stadt.

Malische Soldaten auf Patrouille in Timbuktu (Foto: afp/Getty Images)

Soldaten Mali Timbuktu

Die Verantwortung für den Angriff auf die von französischen und malischen Truppen kontrollierte Stadt übernahm Al-Kaida im Islamischen Maghreb, der nordafrikanische Arm des internationalen Terrornetzwerks. Eine entsprechende Erklärung erschien auf einer mauretanischen Webseite. Ein algerischer Selbstmordattentäter habe an dem Posten am Samstagabend eine Autobombe gezündet. Ein malischer Armeesprecher sagte, die Explosion habe vermutlich dazu gedient, um vom Eindringen militanter Islamisten in die Stadt abzulenken.

Nach der Explosion kam es mehrfach zu heftigen Schießereien. Armee-Soldaten durchkämmten Häuser, um die eingedrungenen Kämpfer aufzuspüren. Dabei wurde die Armee von der französischen Luftwaffe unterstützt. Bewohner Timbuktus suchten in ihren Häusern Schutz. Bis Montag wurden elf islamistische Kämpfer getötet, wie das malische Militär mitteilte.

Video ansehen 02:07

Bundeswehr im Einsatz der EU in Mali

Die Razzien und die Gefechte werfen ein Schlaglicht auf die Schwierigkeiten, nach der Intervention der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich für Sicherheit in Mali zu sorgen. Ende Januar hatten französische und malische Truppen die Islamisten aus Timbuktu vertrieben, die Nordmali monatelang unter ihrer Kontrolle gehabt hatten. Doch sind die Islamisten nach wie vor in der Gegend aktiv. Seit ihrer Vertreibung versuchen die Rebellen immer wieder, strategisch wichtige Orte in der Region zu infiltrieren. Das Bekenntnis von Al-Kaida nährt die Sorge, dass sich die Gruppe gerade neu aufstellt. Im Juli sollen in Mali Parlament und Präsident neu gewählt werden.

Startschuss für Ausbildungsmission

An diesem Dienstag beginnt die European Training Mission Mali (EUTM Mali) mit der Ausbildung malischer Soldaten. Nach mehrwöchigen Vorbereitungen nehmen die rund 200 EU-Ausbilder in Koulikoro, rund 60 Kilometer von der Hauptstadt Bamako entfernt, ihre Arbeit auf. Damit soll die malische Armee in die Lage versetzt werden, die Islamisten im Norden des Landes wirksamer zu bekämpfen. Trainiert werden vier Bataillone mit insgesamt 2600 Mann. Geleitet wird die etwa zwölf Millionen Euro teure Mission vom französischen General François Lecointre. Die mehrmonatige Ausbildung beinhaltet auch Themen wie internationales Recht, Menschenrechte und den Schutz der Bevölkerung.

Deutschland beteiligt sich an der Mission mit derzeit 40 Soldaten und stellt zudem 40 Sanitäter. Die Bundeswehr übernimmt dabei schwerpunktmäßig die Aufgabe der Pionierausbildung. "Ziel ist es, malischen Pionieren hinreichende Grundfähigkeiten zu vermitteln, sodass sie taktische Aufgaben im Verbund der malischen Streitkräfte erfüllen können", teilte die Bundeswehr mit.

Über die Ausbildungsmission hinaus unterstützt das deutsche Militär zudem die afrikanisch geführte Unterstützungsmission AFISMA, indem sie Kapazitäten für Lufttransport und Luftbetankung bereitstellt. Der Deutsche Bundestag hatte die deutsche Beteiligung an beiden Missionen am 28. Februar gebilligt.

kle/qu (afp, dpa, rtr, apd, bundeswehr.de)

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