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Geteilter Mittelmeer-Staat

Neue Runde der Zypern-Gespräche in der Schweiz

Zwischen Kypros und Kibris: Unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen werden im schweizerischen Ferienort Mont Pèlerin die Verhandlungen zur Wiedervereinigung Zyperns fortgesetzt.

Das letzte Treffen der Präsidenten Anastasiades und Akinci im Mai dieses Jahres (Foto: Getty Images/AFP/I. Hatzistavrou)

Das letzte Treffen der Präsidenten Anastasiades (r.) und Akinci im Mai dieses Jahres

Im Zypern-Konflikt ist nach den Worten von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ein Friedensschluss "in Reichweite". Einige "sensible und schwierige Fragen" seien aber noch offen, sagte Ban bei der Fortsetzung der Friedensgespräche zu der geteilten Insel unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen in der Schweiz.

Ban kam in einem Hotel am Mont Pélerin mit dem Präsidenten der Republik Zypern, Nicos Anastasiades, und dessen türkisch-zyprischen Kollegen Mustafa Akinci zusammen. Die beiden Präsidenten hätten bei ihren Verhandlungen einen "kritischen Punkt" erreicht, sagte der UN-Generalsekretär. Trotzdem sei "die Perspektive einer Lösung für Zypern in Reichweite".

Die Gespräche zur Überwindung der Teilung hatten vor 17 Monaten begonnen. Ein Hauptthema ist die Rückgabe von Teilen der von türkischen Truppen besetzten Gebiete an die griechischen Zyprer. Ganze Orte wie etwa Morfu in Nordzypern sind umstritten. Auch die weitere Präsenz der rund 40.000 türkischen Soldaten auf der Mittelmeerinsel sowie Eigentumsrechte werden auf der Agenda stehen. Angestrebt wird ein föderaler Staat zweier politisch gleichberechtigter Bundesstaaten. Beide Volksgruppen müssen einer Verhandlungslösung zustimmen.

Zypern ist seit einem von der damaligen Militärjunta in Griechenland gestützten griechisch-zyprischen Putsch und einer anschließenden türkischen Militärintervention im Jahr 1974 de facto geteilt. Die Inselrepublik ist seit 2004 EU-Mitglied. Das Recht der Europäischen Union gilt aber nur im griechisch-zyprischen Süden. Der türkisch-zyprische Norden wird nur von Ankara anerkannt.

Die türkischen Zyprer gelten aber wie ihre griechisch-zyprischen Nachbarn als EU-Bürger. Viele von ihnen haben sich einen Pass oder Ausweis der Republik Zypern besorgt und können damit visumfrei in der EU reisen. Auf den zyprischen Euro-Münzen ist der Name Zypern sowohl auf Griechisch (Kypros) als auch auf Türkisch (Kibris) eingeprägt.

sti/kle (afp, dpa)

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