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Wissen & Umwelt

Neue Planeten - neuer Wohnraum?

Wissenschaftler haben eine vielversprechende Entdeckung gemacht: drei potenziell bewohnbare Planeten. Aber zum Koffer packen ist es noch zu früh, denn ob es dort wirklich lebenswert ist, weiß keiner.

Sternenhimmel über dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile (Foto: Foto: Yuri Beletsky/eso/dpa).

Von hier aus wurden die Planeten entdeckt: Die Europäische Südsternwarte (ESO) in Chile

Um als potenziell bewohnbar zu gelten, müssen die drei Planeten einerseits in einem Abstand um ihre Sonne kreisen, der Temperaturen zulässt, bei denen Wasser flüssig ist - also weder zu kalt noch zu heiß. Andererseits muss auch die Größe und Masse des Planeten dem der Erde ähneln. Das hat mit der Gravitation zu tun, die auf der Oberfläche herrscht.

Die von belgischen und US-Forschern jetzt vorgestellten Planeten erfüllen diese Bedingungen. Sie kreisen um einen Zwergstern, der etwa ein Achtel der Größe unserer Sonne hat und deutlich kühler ist. Ihre Entfernung zu dem Zentralgestirn könnte in genau jener klein bemessenen Zone liegen, die Leben denkbar macht.

Entdeckung mit kleinem Infrarot-Teleskop

Künstlerische Darstellung eines Zwergensterns mit drei Planeten. (Foto: ESO/M. Kornmesser/AP).

So könnten es auf der Oberfläche eines der neu entdeckten Planeten aussehen: Schnee und Wasser. Im Hintergrund der Zwergenstern und die zwei weiteren Planeten.

Entdeckt wurden die Planeten mit einem von der Universität in Liège, Belgien, betriebenen "Transiting Planets and Planetesimals Small Telescope" (TRAPPIST). Die Anlage ist Teil der Europäischen Südsternwarte (ESO) in La Silla, Chile.

TRAPPIST ist mit nur 60 Zentimetern ein relativ kleines Infrarot-Teleskop. Es sucht nach Veränderungen in der Lichtintensität von Sternen, wenn Planeten vor ihnen vorüberziehen.

Umso schwächer der Stern strahlt, desto leichter ist es für die Astronomen, die Planeten - die um sie kreisen - zu erkennen und ihre Masse und Umlaufbahn zu berechnen.

Nun sehen die Astronomen der Universität in Liège Grund zur Hoffnung, dass es eines Tages möglich sein könnte, außerirdisches Leben zu entdecken. Sie veröffentlichten ihre Forschungsergebnisse im Fachjournal "Nature".

Zu weit für eine Reise

Die drei Hoffnungs-Planeten befinden sich im Sternbild Wassermann, relativ nahe zu unserem Sonnensystem: Nur 39 Lichtjahre entfernt liegen sie. Das ist jedoch sicher zu weit, als dass ein Astronaut dort jemals hinfliegen könnte. Die Reise einer konventionellen Raumsonde in ein benachbartes Sonnensystem würde mindestens 30.000 Jahre dauern. Aber die jetzt gefundenen Planeten sind nahe genug an der Erde, um sie mit bereits vorhandener Technik zu untersuchen - etwa um herauszufinden, ob sie eine Atmosphäre haben.

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"Wenn wir nach außerirdischem Leben suchen, sollten wir zunächst einmal hier schauen", sagte der Leitautor der Studie Michael Gillon gegenüber Reuters. Co-Autor Julien de Wit vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) sagte gegenüber AFP, er gehe davon aus, dass die Existenz oder Nichtexistenz von Leben auf den fraglichen Planeten "noch in unserer Generation" nachgewiesen werden könne. Er bezeichnete die Entdeckung als einen "Hauptgewinn in unserem Bereich".

Können wir unser Sonnensystem überwinden?

In ferner Zukunft - und mit entsprechend langer Vorplanung und Geduld - wäre es vielleicht sogar einmal möglich, eine Raumsonde aus unserem Sonnensystem hinaus zu schicken. Einen

entsprechenden Plan

haben der russische Milliardär Jurij Milner, der Physiker Stephen Hawking und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg Mitte April vorgestellt.

Ihre Idee: Eine winzige Sonde soll durch Laserstrahlen von der Erde aus angeschoben und auf ein Fünftel der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden. Dann würde die Reise zu dem uns nächsten Sonnensystem Alpha Centauri nur etwa 20 Jahre dauern - aber was ist das schon für ein Zeitrahmen, wenn es doch um die Suche nach außerirdischem Leben geht?

fs/hf (Reuters, afp)