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Bundeswehr

Neue Personalstrategie soll Bundeswehr attraktiver machen

Verteidigungsministerin von der Leyen präsentiert ein neues Konzept, das mehr Soldaten zur Bundeswehr locken soll. Neben neuen Karriere-Möglichkeiten, soll die Bundeswehr zukünftig auch für EU-Bürger geöffnet werden.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat eine neue Personalstrategie für die Bundeswehr ausgearbeitet. Laut "Handelsblatt" hat sie das 30-seitige Konzept intern präsentiert. Mit dem Dokument soll die Bundeswehr als Arbeitgeber langfristig attraktiver werden, außerdem sollen mehr Karrierepfade eröffnet werden. Von der Leyen kündigte an, neue Zielgruppen für die Bundeswehr erschließen und dafür "die gesetzlichen und laufbahnrechtlichen Voraussetzungen" schaffen zu wollen. Bis 2025 will die CDU-Ministerin ein modernes Personalmanagement aufbauen, "das die Angehörigen der Bundeswehr  wertschätzt".

Europäisierung der Bundeswehr?

Besonders umstritten ist das Vorhaben, die Bundeswehr für EU-Staatsbürger und EU-Staatsbürgerinnen zu öffnen. Seit Gründung der Bundeswehr vor 61 Jahren dürfen nur deutsche Staatsangehörige Soldaten werden. Schon im Juli wollte das Bundeskabinett mit einer Änderung im "Weißbuch der Bundesregierung zur Sicherheitspolitik" dieses Prinzip abschaffen. Der Bundeswehrverband, die größte Interessenvertretung der Soldaten, lehnte diese Änderung und somit eine Öffnung für EU-Bürger damals ab. Der Verband verwies darauf, dass eine Öffnung für EU-Bürger, gegen das gegenseitige Treueverhältnis von Staat und Soldat verstoßen würde.

Bundeswehr bald ein Muster-Arbeitgeber ?

Neben der Öffnung für EU-Staatsbürger enthält die neue Personalstrategie weitere Ansätze um die Bundeswehr zu einem attraktiveren Arbeitgeber zu machen. So sollten etwa Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss eine Chance bekommen, wenn sie sich als Zeitsoldaten verpflichteten. So könnten sie bei der Bundeswehr den Abschluss parallel nachholen. Außerdem sollen zukünftig Zeitsoldaten für bis zu 25 Jahre verpflichtet werden und Quereinsteiger nach dem Studium für die Bundeswehr gewonnen werden. Laut des Bericht des "Handelsblatts" soll die Bundeswehr besonders nach IT-Spezialisten und Sanitätern suchen. Daher soll in diesen Bereichen die Altersgrenze von 30 Jahren für den Eintritt in die Truppe nicht mehr gelten.

Ein Schritt in Richtung Freiwilligenarmee

Hintergrund für die Personaloffensive ist der Übergang der Bundeswehr von der Wehrpflicht- zur Freiwilligenarmee. Vor fünf Jahren war die Wehrpflicht ausgesetzt worden. Die Bundeswehr ist seitdem von weit mehr als 200.000 auf 177.000 Soldaten geschrumpft.  
Das Verteidigungsministerium hatte im Mai einen zusätzlichen Personalbedarf von 14.300 Soldaten für die nächsten sieben Jahre ermittelt.

db/qu (dpa, AFP)