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Aktuell Europa

Neue Panne in belgischem "Schrott-Reaktor"

Deutschland steigt aus der Atomenergie aus - das benachbarte Belgien setzt voll darauf. Doch schon wieder musste ein umstrittener Reaktor vom Netz genommen werden.

AKW Doel (Foto: picture alliance)

AKW Doel: "Keinerlei Gefahr"

Wie der Betreiber Electrabel mitteilte, wurde im Reaktor Doel 3 bei Antwerpen ein Wasserleck an einem Generator im nicht-nuklearen Bereich der Anlage entdeckt. Für die Sicherheit des Meilers und die Umwelt stelle der Defekt keinerlei Gefahr dar, versicherte eine Sprecherin.

Doel 3 - 1982 in Betrieb gegangen - war erst Anfang dieser Woche nach gut eineinhalb Jahren Pause wieder ans Netz gegangen - trotz Protesten aus Deutschland. An Heiligabend hatte Electrabel den Reaktor Doel 2 wieder hochgefahren, Doel 1 soll am Sonntagabend folgen.

Nicht weit bis Deutschland

Belgien hat an den Standorten Doel und Tihange insgesamt sieben Atomreaktoren. Doel ist rund 150 Kilometer, Tihange nur etwa 70 Kilometer von der deutschen Grenze bei Aachen entfernt.

In Tihange soll am Samstag Reaktorblock 1 wieder hochgefahren werden. Er war vor einer Woche nach einem Feuer im nicht-nuklearen Bereich der Anlage automatisch abgeschaltet worden. Tihange 2 war schon am vergangenen Montag wieder angefahren worden.

AKW Tihange (Foto: AFP)

Kommerzieller Betrieb schon seit 1975: AKW Tihange

Die deutsche Bundesregierung bewertet den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke Doel und Tihange kritisch. "Wir sind besorgt, ob die erforderliche Reaktorsicherheit dieser Anlagen in vollem Umfang gewährleistet ist", schrieb Bundesumweltministerin Barbara Hendricks diese Woche auf ihrer Facebook-Seite. Die Bundesregierung werde speziell die Wiederinbetriebnahme der Reaktorblöcke Tihange 2 und Doel 3 "aktiv und kritisch hinterfragen". Die beiden Blöcke waren wegen Haarrissen an den Reaktorbehältern abgeschaltet worden, dürfen nun aber weiter betrieben werden, weil die belgische Atomaufsicht keine Gefahren für die Sicherheit der Reaktoren sieht.

2025 statt 2015

Ursprünglich war in Belgien geplant, dass mehrere Blöcke in diesem Jahr ganz stillgelegt werden. Schließlich wurde jedoch entschieden, die Laufzeit bis 2025 zu verlängern.

"Wir werden klar machen, dass die Bevölkerung in den deutschen Grenzregionen nicht von der Sicherheit der belgischen AKW überzeugt ist und dass dies die belgischen Behörden sehr ernst nehmen müssen", betonte SPD-Ministerin Hendricks. Vor allem auch die deutschen Grünen fordern einen Stopp "der Schrott-Reaktoren", da diese Millionen Menschen in Belgien, den Niederlanden und Deutschland bedrohten.

wa/rb (afp, dpa)

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