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Aktuell Afrika

Neue Offensive gegen Al-Shabab-Miliz

Die somalische Armee geht nach eigenen Angaben mit einer neuen Offensive gegen die Extremisten der Terrorgruppe Al Shabab vor. Unterstützt wird das somalische Militär dabei durch Kräfte der Afrikanischen Union.

Die Offensive "Indian Ocean" begann in der Nacht zum Samstag in der südlichen Region Unter-Shabelle. Deren Gouverneur Abdiqadir Mohammed Nor sagte am Samstag, dass die Regierungstruppen sich der Stadt Bulomarer nähern, die von den Extremisten der Shabab kontrolliert wird. Die Stadt liegt rund 160 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Mogadischu und gilt als eine Hochburg der Terroristen, von der aus sie mutmaßlich Terroranschläge in Somalia und im Ausland planen.

"Die Operation wird so lange dauern, bis Al Shabab komplett gestoppt ist", sagte Nor weiter. Zeugen sprachen von heftigem Beschuss der Stadt und von Panzerkolonnen, die sich in Richtung Bulomarer bewegten. Die Einwohner würden versuchen zu fliehen.

Truppen der somalischen Regierung wie auch der Mission der Afrikanischen Union in Somalia (AMISOM) wurden auf dem Weg in Richtung Barawe gesichtet. Die letzte Hafenstadt in den Händen der Miliz ist als Drehkreuz für den Kohlehandel ein wichtiger Finanzplatz der Terroristen.

Die islamistische Al-Shabab-Miliz, die dem Terrornetzwerk Al Kaida nahesteht, kontrolliert weite Teile des ostafrikanischen Landes, vor allem im Zentrum und im Süden. Sie verübt immer wieder Terroranschläge gegen Behörden und Vertreter der Vereinten Nationen in Somalia. Auch im Visier der Terroristen sind die Nachbarländer, die im Rahmen der rund 22.000 Soldaten starken Mission der Afrikanischen Union die somalische Regierung in ihrem Kampf gegen die Rebellen unterstützen. Erst Anfang Juli attackierten die Terroristen den Präsidentenpalast in Mogadischu und töteten mehrere Sicherheitskräfte.

Repression, Terror und Armut in Somalia

Am Samstag wurden zwei Islamisten der Shabab zum Tode verurteilt. Sie werden beschuldigt, im Oktober 2013 den Journalisten Mohammed Mohamus Timacade ermordet zu haben. Somalia gilt als eines der gefährlichsten Länder für Journalisten, nicht nur aufgrund der Gewalt von Islamisten, sondern auch wegen Repressionen durch die Regierung.

In dem vom Bürgerkrieg zerrütteten Land gibt es seit Anfang der 1990er Jahre keine funktionierende Zentralregierung mehr. Die derzeitige Regierung um den Staatspräsidenten Hassan Sheikh Mohammed startete als Hoffnungsträgerin, schaffte es aber bislang kaum, ihren Einfluss außerhalb des Großraums Mogadischu zu festigen.

Aber auch große Armut sowie die Gewalt verfeindeter Clan-Milizen und krimineller Banden machen der Bevölkerung zu schaffen. Aufgrund der instabilen politischen Lage und der klimatischen Bedingungen des rund zehn Millionen Einwohner zählenden Landes kommt es in Somalia immer wieder zu Hungersnöten. Erst kürzlich hatten die Vereinten Nationen gewarnt, dass in weiten Teilen des Landes erneut Dürren und Hungernot drohen. Vor drei Jahren waren in Somalia mehr als 250.000 Menschen an Hunger gestorben.

chr / mak (AP, AFP )