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Asien

Neue Offensive gegen Abu Sayyaf

Auf der philippinischen Insel Basilan haben sich Regierungstruppen und muslimische Rebellen in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag (13./14.8.) schwere Gefechte geliefert. Mindestens 43 Menschen kamen dabei ums Leben.

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Philippinische Soldaten kümmern sich um einen Verwundeten

Philippinische Regierungstruppen auf der Insel Basilan (Foto:ap)

Philippinische Regierungstruppen auf der Insel Basilan

Rund 400 Soldaten der philippinischen Armee hatten am Mittwochabend ein Trainingslager der islamistischen Rebellengruppe Abu Sayyaf auf Basilan angegriffen. Daraus entwickelte sich ein stundenlanges Feuergefecht, das jedoch mittlerweile beendet sei, sagte Regionalkommandeur Benjamin Dolorfino. Bei den schwersten Kämpfen seit zwei Jahren sollen mindestens 23 Soldaten und 20 Aufständische getötet worden sein. Außerdem habe es bei dem Einsatz am Mittwoch 14 verletzte Soldaten gegeben. Das Ausbildungscamp der Abu Sayyaf in der Stadt Ungkaya Pukan ist nach Armeeangaben mittlerweile vollständig unter der Kontrolle des philippinischen Militärs. Außerdem seien noch immer Soldaten in der schwer zugänglichen Region im Einsatz, um Angehörige der Rebellengruppe zu verfolgen. Die Armee sprach am Donnerstag von rund 200 Islamisten, die noch auf der Flucht sein sollen.

Stark geschwächte Rebellengruppe

Im Ausbildungslager entdeckten die Soldaten zahlreiche selbstgebaute Sprengsätze und mehr als ein Dutzend schwerer Feuerwaffen, teilte ein Armeesprecher mit. Die Abu Sayyaf gilt nach Angaben der philippinischen Regierung als stark geschwächt, dennoch sind noch immer etwa 400 Kämpfer auf Basilan und der nahegelegenen Insel Jolo sowie auf Mindanao im Einsatz. Die jüngste Offensive galt Armeeangaben zufolge vor allem den beiden Abu-Sayyaf-Führern Khair Mundus und Furuji Indama. Ob diese bei den Gefechten ums Leben kamen, ist aber bislang noch unklar.

Kontakte zu El Kaida und Jemaah Islamia

Ein philippinischer Kontrollposten auf Mindanao (Foto:ap)

Ein philippinischer Kontrollposten auf Mindanao

Die Rebellengruppe Abu Sayyaf, zu deutsch „Die Träger des Schwerts“, war Anfang der 1990er Jahre von dem islamischen Prediger Abdurajak Abubakar Janjalani gegründet worden. Dieser war erst kurz zuvor aus Afghanistan zurückgekehrt, wo er an der Seite des späteren El Kaida-Chefs Osama bin Laden gegen die Streitkräfte der früheren Sowjetunion gekämpft hatte. Janjalani wurde im Dezember 1998 in einem Gefecht mit der Polizei erschossen. Auch sein Bruder Khaddafy Janjalani wurde Ende 2006 von Soldaten getötet.

Die Abu-Sayyaf-Mitglieder kämpfen erbittert für einen eigenen muslimischen Staat im Süden der überwiegend katholischen Philippinen. Der Rebellengruppe werden nicht nur enge Beziehungen zu El Kaida, sondern auch zur indonesischen Terrorgruppe Jemaah Islamia nachgesagt. Abu Sayyaf operiert von den südphilippinischen Inseln Basilan und Jolo aus. Zunächst haben die Extremisten kleinere Anschläge verübt, unter anderem auf katholische Kirchen, Missionare und Nonnen. Später kamen Entführungen ausländischer Touristen hinzu. Im April 2000 hatten Abu Sayyaf-Rebellen insgesamt 21 Menschen entführt, darunter auch die deutsche Familie Wallert. Diese kam erst nach mehreren Wochen wieder frei. Zuletzt verschleppte die Rebellengruppe im Januar dieses Jahres drei Mitarbeiter des Internationalen Roten Kreuzes. Der letzte von ihnen, ein Italiener, wurde erst nach sechs Monaten wieder freigelassen, ein Schweizer und eine Philippinerin kamen bereits im April frei. (tl/bu/afp/ap/rtr)