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Politik

Neue Missbrauchsvorwürfe gegen UN-Mitarbeiter

UN-Mitarbeiter im Süden des Sudan sollen sich an hunderten von Minderjährigen vergangenen haben. Die Organisation geht den Vorwürfen nach.

UN-Panzer auf Straße in Kinshasa.

UN Soldaten sollen Minderjährige sexuell missbraucht haben (Archivbild)

Mitarbeiter der UN-Mission im Südsudan (UNIMIS) sollen nach einem britischen Zeitungsbericht möglicherweise hunderte von Kindern sexuell missbraucht haben. Die britische Zeitung "Daily Telegraph" hat nach eigenen Angaben Berichte von mehr als 20 Opfern gesammelt, wonach UN-Mitarbeiter die Kinder mit ihren Autos von der Straße geholt und sie anschließend zu sexuellen Handlungen gezwungen hätten.

Das Blatt beruft sich auf einen internen Bericht des Weltkinderhilfswerks UNICEF, der auf der Befragung von gut 20 mutmaßlichen Opfern basieren soll. Einige der Kinder sollen erst zwölf Jahre alt gewesen sein, heißt es in der Mittwochsausgabe (3.1.2006) der Zeitung. Es könne sich insgesamt um hunderte von Kindern gehandelt haben. Erste Hinweise auf den sexuellen Missbrauch soll es bereits kurz nach Eintreffen der Friedenstruppe vor zwei Jahren gegeben haben. Dazu soll es auch einen internen Bericht gegeben haben.

UN will Vorwürfen nachgehen

Die UN-Generalsekretärin für Friedensmissionen, Jane Holl Lute, erklärte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AP, dass die Vereinten Nationen den Vorwürfen nachgingen. Die Truppenkommandeure im Sudan seien entsprechend informiert worden. Noch aber gebe es keine klaren Beweise.

Der britische Regionalkoordinator für die UN-Mission im Sudan, James Ellery, hatte bereits im Mai ähnliche Vorwürfe zurückgewiesen. Keine dieser Anschuldigungen könne belegt werden, zitiert der "Telegraph" aus einem damaligen Interview. 90 Prozent der Menschen dort seien Analphabeten und Gerüchte würden sich sehr schnell verbreiten.

Bereits im November 2004 wurde bekannt, dass UN-Blauhelme im Kongo in rund 150 Fällen Frauen und Mädchen vergewaltigt und zur Zwangsprostitution gezwungen haben sollen.

Die UNMIS-Truppe wurde im März 2005 stationiert, um den Frieden zwischen Regierung und Rebellen im Süden des Sudan zu sichern. Dort herrschte zuvor ein zwei Jahrzehnte währender Bürgerkrieg. Insgesamt haben die Vereinten Nationen rund 10.000 Mitarbeiter in der Region stationiert - neben Blauhelmsoldaten auch Militärpolizisten und zivile Friedensfachkräfte. (rri)

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