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Aktuell Afrika

Neue Missbrauchsvorwürfe gegen Blauhelm-Soldaten

Die Blauhelm-Soldaten in Afrika kommen nicht aus den Schlagzeilen heraus. Jüngster Vorwurf: Tansanische UN-Soldaten sollen in der Demokratischen Republik Kongo minderjährige Mädchen missbraucht haben.

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Ermittlungen gegen UN-Soldaten

Die UN-Mission für die Stabilisierung in der Demokratischen Republik Kongo (Monusco) hat Ermittlungen gegen Blauhelmsoldaten wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs eingeleitet. In einer Pressemitteilung heißt es, es gehe um Mitglieder des tansanischen Kontingents der Monusco-Einsatzbrigade in der östlichen Unruheprovinz Nord-Kivu. Sie würden unter anderem verdächtigt, im Dorf Mavivi nahe der Stadt Beni Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Zudem soll es Fälle von Prostitution sowie Anträge auf Anerkennung von Vaterschaften gegeben haben.

Eine "sorgfältige und tiefgreifende" Untersuchung sei eingeleitet worden, erklärte Monusco. Die Opfer würden vom UN-Kinderhilfswerk und Partnerorganisationen psychisch und medizinisch betreut, hieß es. Die beschuldigten Soldaten dürfen ihr Lager bis auf weiteres nicht verlassen.

Viele Übergriffe in Zentralafrika

Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass es in der benachbarten Zentralafrikanischen Republik erneut zu Fällen sexuellen Missbrauchs durch Friedenstruppen gekommen ist. Demnach sollen 98 Mädchen missbraucht worden sein. Am 12. März hatte der UN-Sicherheitsrat beschlossen, schärfer gegen sexuelle Misshandlungen durch Blauhelm-Soldaten vorzugehen. Unter anderem sollen Täter künftig nicht mehr straffrei davonkommen.

Bereits am 4. März hatte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in einem Bericht dargelegt, dass Blauhelm-Soldaten und andere Mitarbeiter von UN-Missionen im Verdacht stehen, im vergangenen Jahr Opfer in insgesamt 69 Fällen sexuell missbraucht haben, die meisten davon in Zentralafrika. Unter den Opfern befänden sich 22 Kinder.

Größte Mission der UN

Am Monusco-Einsatz sind etwa 20.000 UN-Soldaten sowie rund 2000 Polizisten und zivile Helfer vor allem im Osten der Republik Kongo beteiligt. Damit ist es die größte Mission der Vereinten Nationen. Die Soldaten sollen mit einem offensiven Mandat im Osten des Landes die Zivilbevölkerung schützen und gegen Rebellen vorgehen. Die Region wird seit zwei Jahrzehnten von Kämpfen zwischen bewaffneten Gruppierungen aus dem In- und Ausland erschüttert. In dem Konflikt geht es neben ethnischen und politischen Spannungen maßgeblich um die Kontrolle über die reichen Bodenschätze des Gebiets.

Erst am Mittwoch hatte der UN-Sicherheitsrat hat das Monusco-Mandat bis Ende März 2017 verlängert. Die Lage der Bevölkerung bereite weiterhin große Sorge, heißt es in der Resolution, die in New York verabschiedet wurde. Das Gremium rief zugleich dazu auf, in dem Land rasch freie und glaubwürdige Wahlen abzuhalten. Der UN-Einsatz im Kongo wurde erstmals 1999 beschlossen, bis 2010 hieß die Friedensmission Monuc.

kle/uh (afp, epd, dpa)

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