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Top-Thema – Podcast

Neue Medien – ja, aber nicht in der Schule?

Kinder und Jugendliche wachsen ganz selbstverständlich mit neuen Medien auf. Doch wie hoch ist ihre Medienkompetenz wirklich? Und welche Rolle spielen neue Medien im Unterricht? Danach fragte eine internationale Studie.

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Neue Medien – ja, aber nicht in der Schule? – das Top-Thema als MP3

In vielen Berufen sind Internet und Computer sehr wichtig. Wer sich gut damit auskennt, hat bessere Berufschancen. Die internationale Studie „International Computer Information and Literacy Study“ (ICILS) hat daher untersucht, wie gut Schüler mit den Neuen Medien umgehen können. Dazu wurden Achtklässler aus 24 verschiedenen Ländern getestet und befragt. Die Ergebnisse wurden im November 2014 vorgestellt und zeigten: Am besten waren die Schüler aus der Tschechischen Republik, aus Kanada und Australien. Deutsche Schüler dagegen lagen nur im Mittelfeld.

Auch Lehrer wurden zu den technischen Möglichkeiten an ihren Schulen befragt und erklärten, wie sie diese im Unterricht nutzen. Das Ergebnis: Die Ausstattung zum Beispiel mit Computer, Tablets oder Whiteboards ist an den Schulen sehr unterschiedlich, insgesamt aber nicht ausreichend. Auch in gut ausgestatteten Schulen werden Computer und Internet aber nur wenig einsetzt: Während international 53,6 Prozent der Schüler den Computer einmal wöchentlich im Unterricht nutzen, sind es in Deutschland nur 31,4 Prozent.

Fast jedes Kind in einer weiterführenden Schule in Deutschland hat ein Handy oder zu Hause Zugang zum Internet. Die Jugendlichen können blitzschnell Nachrichten über WhatsApp schreiben oder Videos bei YouTube einstellen. Das bedeutet aber nicht, dass sie wissen, wie sie die Informationen aus dem Internet richtig bewerten sollen. Der Medienpädagoge Sven Kommer sagt: „Mit der Mediengesellschaft muss man umgehen können.“ Hier ist die Schule gefragt.

Es reicht dabei nicht, Computer ins Klassenzimmer zu stellen. Auch die Ausbildung der Lehrer muss sich verändern, so ein Ergebnis von ICILS. Kommer ist der gleichen Meinung. Er bildet Lehrer aus und weiß aus der Praxis, dass viele immer noch skeptisch sind, wenn es um Neue Medien im Unterricht geht. Er sagt: „Sie haben Angst, man könne mit Computerprogrammen nichts lernen und das Ganze sei doch sowieso nur Spielerei. Dabei gibt es weit mehr Möglichkeiten als digitale Vokabel- oder Mathetrainer.“


Glossar

Neue Medien
– gemeint sind hier: aktuell sehr häufig genutzte Medien wie Computer oder Internet

mit etwas auf|wachsen – hier: etwas schon als kleines Kind kennenlernen/benutzen

Medienkompetenz (f., nur Singular) – die Fähigkeit, → neue Medien und ihre Inhalte richtig zu bewerten und zu nutzen

eine Rolle spielen – hier: wichtig sein

sich mit etwas aus|kennen – hier: etwas ohne Probleme nutzen (auch: mit etwas um|gehen können)

jemanden befragen – jemandem zu einem Thema Fragen stellen

im Mittelfeld liegen – umgangssprachlich für: durchschnittlich sein

Ausstattung, -en (f.) – die Einrichtung einer Institution; die Versorgung mit etwas

Whiteboard, -s (n., aus dem Englischen) – eine elektronische Wandtafel

weiterführende Schule, -n (f.) – die Schulen, die Kinder nach der Grundschule besuchen

Zugang zu etwas haben – hier: die Möglichkeit haben, etwas zu nutzen

blitzschnell – umgangssprachlich für: sehr schnell

etwas ein|stellen – hier: etwas im Internet veröffentlichen

Medienpädagoge, -n/Medienpädagogin, -nen – ein Wissenschaftler/eine Wissenschaftlerin, der/die sich mit der Bedeutung von Medien in der Bildung beschäftigt

Mediengesellschaft, -en (f.) – eine Gesellschaft, in der die Nutzung von Medien sehr verbreitet und sehr wichtig ist

gefragt sein – hier: verantwortlich sein; nötig sein

reichen – genug sein

skeptisch – kritisch; unsicher

Spielerei, -en (f.) – umgangssprachlich für: etwas, das keinen großen Nutzen hat

weit mehr – viel mehr


Fragen zum Text

1. Was stimmt nicht? Die ICILS-Studie hat ergeben, dass …
a) die Unterschiede bei der Ausstattung mit Computern, Tablets oder Whiteboards in den Schulen groß sind.
b) deutsche Lehrer Neue Medien eher selten im Unterricht einsetzen.
c) die Medienkompetenz der deutschen Schüler sehr hoch ist.

2. Deutsche Jugendliche …
a) nutzen in ihrer Freizeit Computer, Handy und Internet ganz selbstverständlich.
b) wissen genau, wie man mit Informationen aus dem Internet umgeht.
c) lernen die sichere Nutzung der Neuen Medien in der Schule.

3. Der Medienpädagoge Kommer meint, dass …
a) Lehrer keine Vokabeltrainer im Unterricht einsetzen sollen.
b) Lehrer die Möglichkeiten der neuen Technologien für den Unterricht nicht gut genug kennen.
c) Jugendliche am Computer eher spielen und nichts lernen.

4. Man kann nicht nur Mathetrainer im Unterricht nutzen. Man hat weit mehr Möglichkeiten. Was könnte man noch sagen? Man hat … Möglichkeiten.
a) sehr mehr
b) viel mehr
c) ganz mehr

5. Jugendliche können blitzschell WhatsApp-Nachrichten schreiben. Was kann man nicht sagen? Sie schreiben … WhatsApp-Nachrichten.
a) sehr schnell
b) ganz schnell
c) viel schnell


Arbeitsauftrag
Im Text wird gesagt, dass man das Internet gut im Unterricht nutzen kann. Habt ihr eigene Erfahrungen mit Neuen Medien aus eurer Schulzeit? Berichtet im Kurs darüber.

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