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Nahost

Neue Massenentführung in Bagdad

Im Irak sind erneut dutzende Menschen Opfer einer Massenentführung geworden. Eine Gruppe bewaffneter Extremisten in Armeeuniformen verschleppte Ladenbesitzer und Passanten in einem Bagdader Geschäftsviertel.

Bewaffnete Rebellen in einem Auto. Foto: AP

Rebellen im Irak (Archivbild)

Die Entführer im Viertel Al Sanak fuhren mit Geländewagen vor und nahmen Geschäftsleute und Passanten mit. Ersten Angaben zufolge sollen zwischen 50 und 70 Menschen entführt worden sein. Die Männer hätten zunächst Schüsse in die Luft abgegeben, um Angst und Schrecken zu verbreiten. "Die ganze Aktion hat etwa 30 Minuten gedauert", berichtete ein Augenzeuge. Unter den Entführten seien ein Ladenbesitzer und vier seiner Söhne. Ein anderer Mann sei von den Kidnappern zusammengeschlagen und getreten worden, als er versucht habe, ihnen seinen Sohn zu entreißen. Die Entführten wurden in etwa zehn Fahrzeugen abtransportiert.

Zum Zeitpunkt der Entführung hätten sich zahlreiche Angehörige der staatlichen Sicherheitskräfte in dem Viertel, in dem sowohl Sunniten als auch Schiiten Geschäfte haben, aufgehalten. Die Sicherheitskräfte hätten unter anderem eine Filiale der Industriebank bewacht.

Mängel bei den Sicherheitskräften

Regierungssprecher Ali Dabbagh räumte ein, bewaffnete Gruppen hätten das Innenministerium "infiltriert". Er sprach außerdem von "Mängeln bei den Sicherheitskräften speziell in Bagdad".

Angesichts der anhaltenden Gewalt forderte der US-Senator John McCain die Stationierung von 15.000 bis 30.000 weiteren amerikanischen Soldaten im Land. Nur so könne man die Kämpfe zwischen den Religionsgruppen in den Griff bekommen und die demokratisch gewählte Regierung stabilisieren, sagte er in Bagdad.

Mitte November hatten Extremisten rund 150 Beamte aus einem Institut des Hochschulministeriums in Bagdad entführt, von denen fast die Hälfte verschollen blieb. Kurz darauf waren Dutzende von Insassen mehrerer Kleinbusse aus einem Schiiten-Viertel entführt und getötet worden. (kas)

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