1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Amerika

Neue Massendemonstration in Guatemala

Nach der Aufdeckung eines gewaltigen Korruptionsskandals hat das Volk von Präsident Pérez Molina die Nase voll. Es geht davon aus, dass auch der Ex-General in Machenschaften verstrickt ist und fordert seinen Rücktritt.

In der Altstadt von Guatemala-Stadt haben sie sich wieder zu Tausenden versammelt. In ihren Händen: Guatemaltekische Flaggen und Schilder mit Aufschriften wie "Otto Pérez Molina, Guatemala will dich nicht" oder "Nieder mit Korruption und Plünderei". Auch in anderen Städten des zentralamerikanischen Landes gingen die Menschen aus Protest auf die Straße und forderten den Rücktritt des Staatschefs.

Auslöser der seit Wochen anhaltenden Demonstrationen ist ein Korruptionsskandal, der im April von der Staatsanwaltschaft und der UN-Kommission für die Reform der Justiz aufgedeckt worden war. Nach den bisherigen Ermittlungen existierte ein Korruptionsnetzwerk, das von dem Privatsekretär von Vizepräsidentin Roxana Baldetti geleitet wurde.

Diese versicherte zwar, nichts von den Machenschaften ihres Sekretärs Juan Carlos Monzón gewusst zu haben, trat dennoch aber am 8. Mai zurück. Am Mittwoch wurde ein Ermittlungsverfahren gegen sie eingeleitet. Monzón flüchtete.

Präsident Pérez Molina (l.) und sein neuer Vize Alejandro Maldonado Aguirre (Foto: AFP)

Sein Stuhl wackelt gewaltig: Präsident Pérez Molina (l.) und sein neuer Vize Alejandro Maldonado Aguirre

Im Zusammenhang mit einem weiteren Korruptionsskandal um einen Vertrag der Sozialbehörde IGSS mit einer Pharmafirma wurden in der vergangenen Woche zudem 14 Personen festgenommen, darunter der Chef der Zentralbank, Julio Suárez, und der Leiter der Sozialbehörde, Juan de Dios Rodríguez. Dieser war früher Privatsekretär von Pérez Molina. Der Staatschef hatte Rodríguez 2013 zum IGSS-Chef gemacht, um in der Behörde Korruption zu bekämpfen.

se/sti (afp, rtre, ape)