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Asien

Neue Massendemonstration in Bangkok

In der thailändischen Hauptstadt sind zehntausende Regierungsgegner vor den Lagern und Kontrollposten der Armee aufmarschiert. Sie fordern den Rücktritt des Regierungschefs Abhisit Vejjajiva und Neuwahlen.

Zehntausende rotgekleidete Regierungsgegner protestieren in Bangkok am 27.03.2010 (Foto: AP)

Proteste in Bangkok: Friedlich, aber deutlich

Thailändische Soldaten packen ihre Sachen zusammen als sie ein Lager an einem buddhistischen Tempel verlassen am 27.03.2010 (Foto: AP)

Rückzug des Militärs vor einem Tempel

Auf Motorrädern und Lastwagen zogen die rotgekleideten Demonstranten in einer lautstarken Demonstration am Samstag (27.03.2010) zu sieben Orten in der Hauptstadt wie dem Zoo und buddhistischen Tempeln. Dort haben Soldaten angesichts der Massenproteste in den vergangenen Wochen provisorische Lager eingerichtet. Um Zusammenstöße zu vermeiden, zogen sich die Soldaten an mehreren Orten zurück. Der stellvertretende Ministerpräsident Suthep Thaugsuban erklärte im Fernsehen, die Lage sei unter Kontrolle.

Die Demonstranten, die wegen ihrer Kleidung Rothemden genannt werden, kritisieren die Militärpräsenz. In einer Demokratie sei dies nicht angebracht. Sie wollen friedlich Druck ausüben, um die Soldaten zur Rückkehr in ihre Kasernen zu bewegen. Am späten Nachmittag zogen sich die Demonstranten wieder an ihren Hauptversammlungsort in der Innenstadt zurück.

Ein Regierungsgegner in Thailand durchläuft Stacheldraht auf einer Straße und geht auf eine Gruppe Polizisten zu (Foto: AP)

Nichts kann die Demonstranten aufhalten

Regierungsgegner halten durch

Es ist bereits das dritte Wochenende in Folge, an dem zehntausende Demonstranten die thailändische Hauptstadt besetzen. Sie werfen Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva Wahlbetrug vor, fordern seinen Rücktritt und Neuwahlen. Abhisit hat dies wiederholt abgelehnt. Seit dem 12. März beteiligten sich jeweils bis zu 100.000 Menschen an den Protesten.

Regierungsgegner in Thailand vergießen symbolisch Blut vor dem Regierungssitz (Foto: AP)

Regierungsgegner: Blutopfer für die thailändische Demokratie

Für internationales Aufsehen sorgten die Oppositionsanhänger am 16. März, mit ihrer Aktion des friedlichen Blutvergießens: Sie verschütteten Blut vor dem Regierungssitz und warfen Blutbeutel auf das Haus des Ministerpräsidenten.

Keine Lösung in Sicht

Die Rothemden unterstützen den 2006 vom Militär gestürzten Regierungschef Thaksin Shinawatra. Er war 2008 ins Ausland geflüchtet, um einer Haftstrafe wegen Korruption und Amtsmissbrauchs zu entgehen. Am Donnerstag (25.03.2010) hatte Thaksin seine Anhänger per Videobotschaft aufgefordert, den Druck auf die Regierung aufrechtzuerhalten.

Wegen der anhaltenden Proteste hatte die Regierung Vejjajivas ein strenges Sicherheitsgesetz um eine Woche verlängert. Die Regelung, die ursprünglich am Dienstag (23.03.2010) auslaufen sollte, gibt den Behörden unter anderem das Recht, Ausgangssperren zu verhängen und die Bewegungsfreiheit der Menschen einzuschränken.

Autor: Nicole Scherschun (dpa, ap, afp, rtr)
Redaktion: Eleonore Uhlich

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