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Nahost

Neue Luftoffensive gegen Bagdad

Mit einem Bombenhagel auf Bagdad haben die alliierten Streitkräfte in der Nacht zum Montag ihre Luftoffensive gegen den Irak fortgesetzt. Unterdessen blieb das Schicksal gefangenen US-Soldaten ungewiss.

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Weitere Angriffe auf die Millionen-Stadt am Tigris

Am Montagmorgen (24.3.2003) war in der irakischen Hauptstadt immer wieder der dröhnende Lärm von Flugzeugen, von Bombenexplosionen und von Luftabwehrfeuer zu hören. Es waren die schwersten Luftangriffe seit Beginn der Großoffensive am Freitagabend, berichtete die US-Nachrichtenagentur Associated Press. Auch der Alte Palast am Tigris, der Sitz der Regierung, wurde wieder getroffen.

Rund hundert Kilometer südlich von Bagdad griffen US-Kampfhubschrauber am Morgen Soldaten der irakischen Eliteeinheit "Republikanische Garde" an, meldete dpa unter Berufung auf einen CNN-Reporter. Es habe ein mehrstündiges heftiges Feuergefecht gegeben. Die "Apache"-Helikopter seien unter starken Beschuss irakischer Luftabwehrgeschütze geraten. Über Tote und Verletzte lagen keine Angaben vor.

Bomber gestartet

B-52 auf dem Weg

B-52-Bomber der USA verlässt Fairford, England (Archiv)

Vom britischen Luftwaffenstützpunkt Fairford starteten am Montag erneut Langstreckenbomber vom Typ B-52 (Foto). Die Maschinen können den Irak in etwa sechs Stunden erreichen.

In Kuwait erklärte Militärsprecher Jussef el Mullah, eine von Irak abgefeuerte Rakete sei im Norden des Emirats von einer Patriot abgefangen worden. Die Geschosse seien fernab von Wohngebieten aufeinander getroffen.

Chemie-Fabrik

Bei Nadschaf am Euphrat entdeckten US-Soldaten nach Angaben aus amerikanischen Regierungskreisen eine verdächtige Fabrik für Chemikalien. Der Ort liegt etwa 160 Kilometer südlich von Bagdad.

Bei der Einnahme der Fabrik durch die US-Truppen hätten sich rund 30 irakische Soldaten kampflos ergeben, hieß es in Medienberichten. Die Anlage, zu der neben der möglichen Chemiewaffen-Fabrik auch Kasernen gehören, ist den Berichten zufolge rund 40 Hektar groß und durch einen elektrischen Zaun gesichert. Der Komplex sei so getarnt worden, dass er aus der Luft nicht habe entdeckt werden können. Das US-Oberkommando erklärte dazu, es sei noch zu früh, vom Fund einer Chemiewaffen-Fabrik zu sprechen.

Irakischer Widerstand

US Marines verschanzen sich vor Bomben

Schlacht zwischen U.S.-Soldaten und Irakern vor Umm Kasr

Die Invasionstruppen waren am Sonntag auf ihrem Vormarsch in Richtung Bagdad auf heftigen Widerstand gestoßen. Auch in der zunächst als eingenommen gemeldeten Hafenstadt Umm Kasr im Süd-Irak lieferten sich irakische Kämpfer in Zivil neue Schlachten mit den alliierten Truppen (Foto), berichtete der britische Fernsehsender Sky News.

Bei heftigen Kämpfen um die strategisch wichtige Stadt Nasirija im Südirak kamen nach CNN-Angaben zehn, nach irakischen Angaben sogar 25 amerikanische Soldaten ums Leben. Zwölf US-Soldaten werden vermisst, zahlreiche andere wurden verletzt (Foto unten). In Bagdad suchten irakische Sicherheitskräfte nach einem US-Kampfpiloten, der möglicherweise abgeschossen wurde. Zwei britische Piloten kamen ums Leben, nachdem ihre Maschine versehentlich von der amerikanischen Flugabwehr getroffen worden war.

Blair: "Schwere Zeit"

Amerikaner kümmern sich um einen verletzten Soldaten

Amerikaner kümmern sich um einen verletzten Soldaten

Nach Ansicht des britischen Premierministers Tony Blair läuft der alliierte Angriff trotz "Tragödien" wie dem Abschuss des britischen Flugzeugs nach Plan. "Diese Dinge sind niemals einfach", sagte Blair in einem Interview für britische Truppen in aller Welt. "Es liegt noch eine schwere Zeit vor uns."

Das am Sonntag erfolgte Zurschaustellen mutmaßlicher amerikanischer Kriegsgefangener im irakischen Fernsehen verurteilte Blair scharf. Solche Ereignisse bestärkten ihn in seiner harten Haltung gegen den irakischen Staatschef Saddam Hussein.

Gefangene

Das irakische Fernsehen hatte Bilder ausgestrahlt, die nach Angaben des Senders getötete, verletzte und gefangen genommene US-Soldaten zeigten. Die Toten lagen in Blutlachen auf einer Straße. Einige Leichen waren verstümmelt. Die fünf Kriegsgefangenen, darunter eine Frau, sagten, sie kämen aus den US-Bundesstaaten Kansas, Texas und New Jersey.

Das US-Verteidigungsministerium bestätigte laut dem US-Sender CNN die Gefangennahme von fünf Soldaten. US-Präsident George W. Bush warnte den Irak davor, amerikanische Kriegsgefangene zu misshandeln. Wer dies tue, werde als Kriegsverbrecher betrachtet. (mas)

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