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Kunst

Neue Kunst von Wolfgang Beltracchi

Womit ein Kunstfälscher ganz legal sein Geld verdienen kann? Das zeigt bald eine Ausstellung in München. Zu sehen sind neue Werke des Jahrundertfälschers Wolfgang Beltracchi.

Wolfgang Beltracchi, der als Jahrhundertfälscher Furore gemacht hat, stellt deutschlandweit erstmals seine neuen Bilder in der Münchener Galerie "art room9" aus. Über 36 Jahre hatte er unerkannt berühmte Künster gefälscht. Seine Bilder erzielten in Galerien und großen internationalen Auktionen Höchstpreise. Wegen eines Pigmentfehlers kam man Beltracchi 2010 auf die Schliche.

Wolfgang Beltracci vor seiner Urteilsverkündung

Wolfgang Beltracci vor seiner Urteilsverkündung 2011

Im Januar 2015 wurde Wolfgang Beltracchi nach vier Jahren Haft entlassen. "Freiheit" ist das zentrale Thema des Künstlers und so lautet auch der Titel der Ausstellung. Der Musikproduzent, Songwriter und Ausstellungsmacher Curtis Briggs, der art room9 im Jahr 2011 gründete, hält Beltracchi für einen bedeutenden Künstler der Gegenwart. "Seine früheren Taten gehören der Vergangenheit an. Wer in einem Rechtsstaat seine verhängte Strafe verbüßt hat, hat das Recht, neu anzufangen und frei künstlerisch arbeiten zu können."

Neue Kunst statt alter Fälschungen

Auch die neuen Arbeiten von Wolfgang Beltracchi basieren auf seiner Kenntnis der Kunststile verschiedener Meister. Er fühlt sich jetzt allerdings frei von den Zwängen, die Meister der klassischen Moderne wie früher mit absoluter Präzision zu kopieren. Stattdessen nutzt er sein stilistisches Können, um die vielen unterschiedlichen Handschriften und Techniken als Zitate in seinen eigenen Werken zu verwenden, und auf diese Weise Neues zu schaffen. So haben neue Werke Titel wie: "Francis Hommage an Gauguin" oder "Hommage an Dürer".

In einer fünfteiligen TV-Dokumentationsreihe hat er Prominente im Stil alter Meister porträtiert. Wie etwa den Entertainer Harald Schmidt (siehe Bild oben), den er im Stil des Expressionisten Otto Dix malte.

Fälschung: Rotes Bild mit Pferden von Heinrich Campendonk

Diese Fälschung "Rotes Bild mit Pferden" angeblich von Heinrich Campendonk kostete die Käufer 2.9 Millionen Euro

Seit frühester Jugend hat Beltracchi nicht nur die Kunst, sondern auch das Leben der Künstler in Verbindung zu Zeitgenossen erforscht. "Meine Malerei ist die Verbindung zu allen bereits gemalten Gemälden der Vergangenheit, gegenwärtig entstehenden und den zukünftig zu erwartenden", sagt der Fälscherkönig über seine eigene Kunst. "Alle meine Bilder stehen in Verbindung zueinander".

Die neuen Arbeiten von Wolfgang Beltracchi sind im art room9 vom 8. Mai bis zum 23. Oktober zu sehen.

gr/ab (dpa/art room9)

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