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Afrika

Neue Kämpfe mit Islamisten

In der nordnigerianischen Stadt Maiduguri sind neue Kämpfe zwischen Sicherheitskräften und radikalen Islamisten ausgebrochen. Im Zentrum des Konflikts steht eine radikale religiöse Sekte.

Karte von Nigeria mit den Unruheherden (Grafik: DW)

Vor allem die Provinzen Yobe und Borno sowie die Stadt Bauchi sind von den Unruhen betroffen

Nach Medienberichten griffen Polizei und Militär am Dienstag (28.07.2009) das Haus des Islamistenführers Mohammed Yusuf an. Dessen Anhänger, Mitglieder der radikalislamischen Sekte Boko Haram, hatten sich in dem Stadtteil in der Nähe des Bahnhofs verschanzt, in dem das Haus des Islamistenführers zwischen anderen Wohnhäusern, Geschäften und Moscheen liegt.

Augenzeugenberichten zufolge schossen die Islamisten auf jeden, der sich in der Nähe ihrer Stellungen aufhielt. Hunderte Anwohner flohen aus der belagerten Nachbarschaft. Bei den Auseinandersetzungen in Nigeria sind bisher mindestens 150 Menschen getötet worden, darunter einige Polizisten.

Neue Angriffe

Am Sonntag waren Polizisten in der Stadt Bauchi im Nordosten Nigerias in eine Siedlung eingedrungen, in der Mitglieder der radikal islamischen Gruppierung lebten. Deren Anhänger, die sich in der Tradition der afghanischen Taliban sehen, hatten zuvor Anschläge auf Polizeiwachen in den nördlichen Bundesstaaten Bauchi und Yobe verübt. Am Montag war es nach Angaben von Polizei und Augenzeugen zu weiteren Attacken in drei mehrheitlich muslimischen Staaten im Norden des Landes gekommen. Angegriffen wurden Ziele in den Städten Maiduguri, Damaturi und Wudil.


Polizei kontrolliert das Unruhegebiet

Nigerias Präsident Umaru Yar'Adua hat inzwischen die Sicherheitskräfte des Landes angewiesen, "geeignete Maßnahmen" zu ergreifen, um Ruhe und Ordnung wieder herzustellen. In den betroffenen Städten wurden nächtliche Ausgangssperren verhängt und militärisch gesicherte Kontrollpunkte eingerichtet. Dennoch ist es immer wieder zu Ausschreitungen und Schußwechseln gekommen. Mittlerweile hat die Polizei mehrere Sturmgewehre, Munition sowie Sprengstoff und rund 200 Zünder sichergestellt.

Westliche Bildung unerwünscht

Die Proteste in Bauchi brachen aus, nachdem mehrere Yusuf-Anhänger verhaftet worden waren. Die Sekte der Radikalislamisten wendet sich gegen die Einführung westlicher Bildungsmethoden. Von der lokalen Bevölkerung werden die Extremisten daher auch in der Hausa-Sprache "Boko Haram" genannt, was übersetzt soviel heißt wie "Westliche Erziehung ist Sünde". Die "Boko Haram" setzen sich außerdem für die Ausweitung des islamischen Rechts auf alle nigerianischen Bundesstaaten ein.

Nigerias 140 Millionen Einwohner sind je zur Hälfte Muslime und Christen. Säkulares und islamisches Recht existieren zum Teil nebeneinander. Während der Norden des Landes muslimisch geprägt ist, leben die meisten Christen im Süden. In den vergangenen zehn Jahren kam es immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern beider Religionen. (gri/hel/wga/ap/dpa/epd)

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