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Wirtschaft

Neue Jobs und volle Auftragsbücher

Mehr Besucher, mehr Aussteller, gute Stimmung: Mit einer durchweg positiven Bilanz ist die Hannover Messe zu Ende gegangen. Vor allem die deutsche Industrie zeigte sich erstaunlich selbstbewusst.

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Dabei hat die deutsche Industrie durchaus ein Problem. Ihr fehlen Ingenieure, Techniker, Naturwissenschaftler. Aufträge müssen liegen bleiben, oder müssen gar abgelehnt werden. Geschätzter Schaden: Rund 20 Milliarden Euro. Jetzt rächt sich, dass man den jungen Menschen vor zehn Jahren sagte: Sucht euch was Vernünftiges - so viele Ingenieure können wir nicht brauchen.

Jetzt werden sie händeringend gesucht - auf der Hannover Messe hingen an vielen Ständen Hunderte Stellenangebote. Scharenweise wurden junge Menschen herangekarrt, um deren Interesse für technische Berufe zu wecken. Auf dem Messegelände konnten sie eine Branche bestaunen, die vielen eigentlich als ziemlich uncool galt. So mancher wird auf der Heimfahrt anders denken.

1000 neue Jobs - jeden Tag

Vor allem die deutschen Maschinenbauer schwimmen derzeit auf einer Erfolgswelle. Ihre Produkte sind weltweit gefragt. Ob Familienunternehmen oder Weltkonzern - sie haben ihre Hausaufgaben gemacht. Keine zehn Jahre ist es her, da blies ihnen der Wind der Globalisierung heftig ins Gesicht.

Heute stehen die meisten Unternehmen besser da denn je. Der hohe Ölpreis, der starke Euro und die Finanzmarktkrise - das alles scheint ihnen nichts auszumachen. Die vielen guten Nachrichten der vergangenen fünf Tage: Sie sind irgendwie kaum zu glauben. Jeden Tag schaffen die Unternehmen in Deutschland 1000 neue Jobs. Der Maschinenbau verzeichnet das fünfte Jahr in Folge ein Wachstumsplus. Und wie es aussieht, wird Deutschland auch in diesem Jahr seinen Titel als Exportweltmeister verteidigen können.

Ende des Abendlandes?

Das Geheimnis des Erfolges - es war in diesen Tagen hier in Hannover zu besichtigen. Nicht nur bei den Großen der Szene, sondern eher noch bei den kleinen, wendigen Mittelständlern. Sie sind das eigentliche Rückgrat des Erfolges. Sie haben den Erfindergeist und die Ideen, mit denen man sich den neuen Herausforderungen stellen kann: Der neueste Trend: Energie einsparen in der Produktion. Ein Megamarkt - und die Deutschen sind ganz vorne mit dabei.

Trotz aller guten Nachrichten - natürlich versäumten es die Lobbyisten auch in Hannover nicht, warnend den Finger zu heben und das Ende des Abendlandes an die Wand zu malen. Der Ingenieurmangel - er nehme jetzt dramatische Züge an. Das hören erfahrene Messebesucher allerdings seit Jahren schon. Und auch der Zeigefinger in Richtung Politik war wieder übergroß zu sehen. Der Forderungskatalog war wie immer so dick wie ein Telefonbuch, mit den immer gleichen Parolen.

Optimismus ist Pflicht

Das klingt ein bisschen wie das Pfeifen im Wald. Was wird, wenn dieses unselige Gemisch aus Finanzkrise, US-Rezession und Rohstoff-Hype auch über die deutsche Wirtschaft hereinbricht? Wenn der Exportboom ein jähes Ende findet und die Binnenkonjunktur noch immer nicht angesprungen ist? Und das alles im großen deutschen Wahljahr 2009?

Antworten waren darauf hier in Hannover nicht zu hören, weil auch keiner diese Fragen stellen wollte. Lieber genoss man den Moment des Erfolges. Aber Optimismus ist ja Pflicht bei einer solchen Leistungsschau der Industrie wie der Hannover Messe.

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