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Aktuell Nahost

Neue Islamisten-Partei gegründet

Der Machtkampf unter den Salafisten in Ägypten eskaliert: Nach einem monatelangen Richtungsstreit ist die al-Nur-Partei der ultrakonservativen Islamisten zerbrochen. Ex-Parteichef Ghaffur hat eine neue Partei gegründet.

Der salafistische Politiker Emad Abdel Ghaffur bei einem Wahlkampfauftritt im Mai 2012 (Foto: Getty Images)

Ägypten Parteien Salafisten Emad Abdul Ghaffur in Kairo

Wenige Wochen vor der vorgesehenen Parlamentswahl hat der frühere Vorsitzende der salafistischen Partei Al-Nur, Emad Abdel Ghaffur, unter dem Namen al-Watan (Heimatland) eine neue Partei gegründet. Vor Journalisten sagte er in Kairo, er schlage damit "ein neues Kapitel auf". Hunderte Mitglieder folgten ihm in die neue Partei.

Zuletzt bestand in al Nur Uneinigkeit über die Rolle eines Klerikerrats, der die Gründung der Partei einst unterstützt hatte. Ghaffur sprach sich für eine Trennung zwischen der Partei und dem religiösen Gremium aus. Die Salafisten sind bisher die zweitstärkste politische Kraft im Land und gelten als noch konservativer als die islamistische Muslimbruderschaft, der Präsident Mohammed Mursi nahesteht. Al Nur war erst nach dem Sturz des einstigen Machthabers Husni Mubarak 2011 gegründet worden. Bei der Parlamentswahl im vergangenen Jahr errang sie aus dem Stand 27,8 Prozent der Stimmen.

Nicht reden, handeln

"Alle reden über Slogans und Prinzipien. Wenige, sehr wenige halten an ihnen fest. Noch weniger tun etwas, um sie zu fördern", sagte Ghaffur vor Anhängern. "Viele reden von sozialer Gerechtigkeit, viele reden von Menschenwürde und der Scharia. Wir wollen nicht reden. Wir wollen handeln."

Der bekannte Salafisten-Prediger Hasem Salah Abu Ismail (Foto: dpa)

Der bekannte Salafisten-Prediger Hasem Salah Abu Ismail

Bei der Pressekonferenz kündigte auch der ultrakonservative Fernsehprediger Hasem Salah Abu Ismail die Gründung einer neuen Partei an. Bei der anstehenden Neuwahl des Parlaments wolle er mit al-Watan eine Wahlallianz bilden. Ismail war Präsidentschaftskandidat, wurde jedoch von der Wahl ausgeschlossen, weil seine Mutter die US-amerikanische Staatsbürgerschaft hat.

Der Termin für die Parlamentswahl, die wahrscheinlich Ende Februar stattfinden soll, steht noch nicht fest. Die al-Nur-Partei erklärte jetzt, sie wolle sich diesmal mehr Mühe bei der Auswahl weiblicher Kandidaten geben. Man wolle die Allgemeinbildung der Frauen überprüfen. Voraussetzung für eine Kandidatur sei zudem, dass die Frau zumindest einen Teil ihres Gesichts mit einem Schleier bedecke.

kle/qu (dapd, rtr, dpa)

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