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Amerika

Neue Hoffnung in Honduras

Vorsichtige Annäherung: Zwischen dem gestürzten Präsidenten Zelaya und der Übergangsregierung von Honduras gibt es erste Gespräche. Führende Politiker des Landes forderten beide Seiten auf, sich zu einigen.

Präsidentschaftskandidat Porfirio Lobo spricht mit Zelaya (Foto: AP)

Präsidentschaftskandidat Porfirio Lobo spricht mit Zelaya

Drei Tage nach der Rückkehr des gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya nach Honduras ist es zu ersten Gesprächen zwischen ihm und Vertretern der Übergangsregierung unter Roberto Micheletti gekommen. "Ich kann sagen, dass der Dialog begonnen hat", sagte Zelaya einem brasilianischen Radiosender. Noch sei die Putsch-Regierung jedoch nicht von ihrer "unnachgiebigen Haltung" abgerückt.

Weg für Wahlen freimachen

Die Präsidentschaftskandidaten verhandeln mit Zelaya (Foto: AP)

Manuel Zelaya (M.) mit Präsidentschaftskandidaten

Der Konflikt müsse sofort beendet werden, damit die Präsidentschaftswahlen im November dieses Jahres stattfinden könnten - das forderten jetzt gemeinsam die vier honduranischen Präsidentschaftskandidaten Porfirio Lobo Sosa (Nationale Partei), Elvin Santos (Liberale Partei), Felicito Avila (Democracia Cristiana) und Bernhard Martinez (Sozialdemokratische Partei). Sie führten zunächst Gespräche mit der Putsch-Regierung unter Micheletti und dann mit dem gestützten Präsidenten Zelaya.

Vorschlag von Arias annehmen

Die vier Präsidentschaftskandidaten wollen erreichen, dass beide Konfliktparteien den Vermittlungsvorschlag von Costa Ricas Staatschef Oskar Arias ohne Einsprüche akzeptieren. Arias hatte bereits im Juli erfolglos versucht, zwischen Zelaya und Micheletti zu vermitteln. Der Friedensnobelpreisträger hatte vorgeschlagen, eine Regierung der nationalen Versöhnung zu bilden, die alle politischen Parteien umfasst. Zelaya soll dieser Regierung vorstehen. Das lehnt Micheletti vehement ab, er wirft Zelaya Verfassungsbruch vor und will ihn vor Gericht stellen. Immerhin: Micheletti hat zugestimmt, dass Arias im Konflikt erneut vermitteln darf.

Menschen mit honduranischer Flagge (Foto: AP)

Die Proteste gehen weiter

"Wir haben Micheletti und Zelaya gebeten, an das nationale Interesse zu denken", sagte Präsidentschaftskandidat Lobo nach den Gesprächen. Die beiden sollten im Dialog flexibel bleiben, forderte er. Martinez ergänzte, er sei zuversichtlich, dass in der kommenden Woche wieder Ruhe und Normalität in Honduras einkehren werde.

Anzeichen der Normalität?

Warteschlange (Foto: AP)

Die Menschen stehen Schlange, um wieder Taxi fahren zu können

In der Bevölkerung gibt es bereits erste Anzeichen für Normalität: Die Ausgangssperre wurde zwischenzeitig aufgehoben, damit die Menschen einkaufen gehen konnten. Die Schulen hatten wieder geöffnet, Flugzeuge durften wieder auf dem Flughafen in Tegucigalpa landen.

Dennoch gehen die Proteste weiter: Bei einer großen Pro-Regierungsdemonstration forderten die Teilnehmer, den Konflikt ohne internationale Hilfe zu lösen. Auch in der nächsten Zeit werden weitere Demonstrationen erwartet. In den vergangenen Tagen waren bei Demonstrationen zwei Menschen getötet und Dutzende Protestierende festgenommen worden. Die brasilianische Botschaft, in der Zelaya sich mit seiner Familie und rund 70 Anhängern aufhält, ist weiterhin von der Polizei und Soldaten umstellt.

Der Weltsicherheitsrat verurteilte die Belagerung der brasilianischen Botschaft. Die De-facto-Regierung müsse die "Akte der Einschüchterung" gegen die diplomatische Vertretung einstellen, forderte das oberste UN-Gremium am Freitagabend einstimmig. Außerdem müssten die Behörden die Versorgung der Botschaft sicherstellen. Die Übergangsregierung hatte das Gebäude zeitweise von der Strom- und Wasserversorgung abgeschnitten und Telefonleitungen gekappt. (ako/wa/stg/ap/dpa/afp/rtr)

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