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Welt

Neue Hoffnung auf Durchbruch in Kopenhagen

Der US-Präsident hat angekündigt, nun doch zum letzten, entscheidenden Teil der Klimakonferenz anzureisen. Das schürt Hoffnungen auf konkretere politische Bekenntnisse zum Klimaschutz.

Obama hinter Podium, im Hintergrund eine US-Flagge (Quelle: AP)

Obama holt nun erst seinen Nobelpreis ab und reist dann nach Kopenhagen

Obama sei optimistisch, dass es beim Klimagipfel zu einem Durchbruch kommen könnte. Daher werde er nicht wie ursprünglich geplant zur Eröffnungsphase am 9. Dezember nach Kopenhagen reisen, sondern zu den entscheidenden Abschlussverhandlungen am 18. Dezember, erklärte Obamas Sprecher Robert Gibbs am Freitagabend (04.12.2009). In dieser Endphase der Konferenz sei seine Anwesenheit hilfreicher. In Kopenhagen wurde die Ankündigung mit Begeisterung aufgenommen.

"Das ist eine sehr bedeutende Entwicklung", sagte der Präsident des Weltklimarates Rajendra Pachauri nach der Änderung von Obamas Reiseplänen. "Die Aussicht auf ein zufriedenstellendes Abkommen hat sich dadurch erheblich verbessert." Der dänische Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen sagte zu Obamas neuen Plänen, er sei "aufrichtig erfreut". Dass Obama jetzt zusammen mit mehr als hundert Staats- und Regierungschefs teilnehme, zeige "den zunehmenden politischen Willen für ein ehrgeiziges Klimaabkommen in Kopenhagen".

Zugeständnisse aus China, Indien geben Ausschlag

Umstürzende Kühltürme (Quelle: dpa)

Kühlturm-Sprengung in China Ende Oktober - das Land hat sich politisch zu Treibhausgas-Verringerung bekannt

Nach ursprünglicher Planung wollte Obama am Mittwoch auf seinem Weg zur Verleihung des Friedensnobelpreises in Oslo nur einen kurzen Stopp in Kopenhagen einlegen. Seine Ankündigung, am Beginn des Weltklimagipfels teilzunehmen, hatten Beobachter als Zeichen dafür gewertet, dass ein Abkommen noch in weiter Ferne liegt.

Obamas Mitarbeiter hatten in den vergangenen Wochen immer wieder erklärt, der Präsident werde nur zum Abschlusstreffen nach Kopenhagen reisen, wenn es die Hoffnung gebe, dass er damit etwas erreichen könne. Obama gründe seine Zuversicht nun unter anderem auf China und Indien, die kürzlich erstmals konkrete Ziele zur Reduzierung ihrer Treibhausgase genannt hatten. Außerdem gebe es Anzeichen für einen Konsens, vom Jahr 2012 an rund zehn Milliarden Dollar jährlich aufzubringen, um Entwicklungsländern bei der Reduzierung der Klimakiller zu helfen. Die USA wollten dabei einen angemessenen Anteil zahlen, zitierte die "Washington Post" Gibbs am Samstag weiter.

Selbst konservative Kritiker erklärten nach Angaben der "Washington Post", dass Obamas Entscheidung vieles verändere. Kenneth Green vom konservativen Enterprise-Institut sagte, dies lasse ahnen, dass ein Abkommen bereits geschnürt sei und Obama darauf hoffe, sich in dem Erfolg sonnen zu können.

Bindendes Abkommen bleibt in weiter Ferne

Obama und Singh stoßen zusammen an (Quelle: AP)

Obama (r.) mit dem indischen Premier Manmohan Singh Ende November. Auch Indien will seine Treibhausemissionen verringern

Obama war international heftig kritisiert worden, weil er lange sein politisches Gewicht nicht in die entscheidende Verhandlungsphase einbringen wollte. Die USA haben weltweit die höchsten CO2-Emissionen und wollen sich im Vergleich zu den EU-Ländern auf wesentlich geringeren Verminderungen festlegen.

Die Hoffnung, in Kopenhagen könne ein rechtlich bindendes Nachfolgeabkommen für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll mit konkreten Reduktionszielen und Finanzierungszusagen geschnürt werden, haben sich inzwischen zerschlagen. Heftig wird nun noch um eine politische Erklärung mit weitreichenden Zielen und Bekenntnissen aller Beteiligten gerungen.

Inwieweit ein Klimaabkommen, die globale Erwärmung wirklich stoppen kann, ist fraglich. Auch mit den aktuellen Klimaschutzzielen der einzelnen Länder steuert die Welt nach Ansicht von Experten auf eine katastrophale Erwärmung um 3,5 Grad Celsius bis zum Ende des Jahrhunderts zu. Dieses Ergebnis liefert eine Analyse des in Deutschland entwickelten "Climate Action Trackers". Die Pläne der Industrie- und Schwellenländer reichten nicht aus, um die Erwärmung wie gefordert auf 2 Grad zu begrenzen, teilten die Entwickler vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und von der Kölner Klimaberatungsfirma Ecofys am Freitag mit.

Autor: Ranty Islam (ap, dpa)
Redaktion: Oliver Samson

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