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Aktuell Nahost

Neue Hinweise für Giftgas-Einsatz in Syrien

Werden immer noch Chemiewaffen in Syrien eingesetzt? Das Assad-Regime will seine eigenen Bestände zerstört haben, meldet aber selbst neue Vorfälle. Ein UN-Bericht bestätigt das, lässt aber viele Fragen ungeklärt.

Demnach untersuchte die in Den Haag ansässige Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPWC) bei einer Mission in Syrien elf von der Regierung in Damaskus gemeldete Fälle, in denen Giftgas zum Einsatz gekommen sein sollen. Wann und wo die mutmaßlichen Angriffe stattgefunden haben, geht aus dem Bericht nicht hervor.

"In einem Fall ergab die Analyse von Blutproben, dass Menschen Sarin oder einem Sarin ähnlichen Gas ausgesetzt waren", heißt es im monatlichen OPWC-Report an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) von Ende Dezember. Wann und unter welchen Umständen die Menschen in Kontakt mit dem Giftgas gekommen sind, müsse durch weitere Untersuchungen geklärt werden. Auch die Herkunft des verwendeten Gases sei unklar. Der UN-Sicherheitsrat will sich auf seiner Sitzung am Dienstag mit dem Thema befassen.

Gegenseitige Schuldzuweisungen

Das Regime von Machthaber Bashar Al-Assad und oppositionelle Rebellengruppen beschuldigen sich immer wieder gegenseitig, in dem fast fünf Jahre dauernden Bürgerkrieg Giftgas einzusetzen. Experten halten es allerdings für unwahrscheinlich, dass die Rebellen die Fähigkeit dazu besitzen. Bei vorangegangenen Missionen hatte die OPWC jedoch in einer Stadt, in der sich die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) und eine andere Rebellengruppe bekämpft hatten, Hinweise für den Einsatz von Senf-Gas gefunden. Auch Chlorgas soll laut der OPWC in Syrien bei Angriffen verwendet worden sein. Trotz verschiedener internationaler Untersuchungsmissionen konnte bislang nicht eindeutig geklärt werden, wer für Giftgas-Angriffe verantwortlich ist.

Abtransport von Chemiewaffen aus Syrien im Jui 2014 (Foto: MARIO LAPORTA/AFP/Getty Images)

Abtransport von Chemiewaffen aus Syrien im Jui 2014

Nach einem Angriff mit Sarin-Gas im August 2013, bei dem in einem Vorort von Damaskus Hunderte Menschen ums Leben kamen, hatte sich Assad bereit erklärt, sein gesamtes Chemiewaffen-Arsenal zu zerstören. Rund 1300 Tonnen Chemiewaffen wurden daraufhin ab Juni 2014 unter Aufsicht der OPWC übergeben und zerstört. Laut OPWC sollen 99,6 Prozent alle von der syrischen Regierung gemeldeten Chemiewaffen zerstört worden sein. Westliche Regierungen bezweifeln jedoch, dass das Regime tatsächlich seinen gesamten Chemiewaffen-Besitz offengelegt hat.

ww/fab (AFP, rtr)

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