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Aktuell Nahost

Neue Hinweise auf Kriegsverbrechen im Irak

Menschenrechtler haben Indizien für "schreckliche Kriegsverbrechen" im Irak - begangen wurden sie offenbar von der Terrorgruppe ISIS. Die USA bereiten derweil mögliche Luftangriffe gegen die ISIS-Kämpfer vor.

Bei Massenexekutionen haben Kämpfer der radikalislamischen ISIS-Milizen nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) im Nordirak mindestens 160 irakische Soldaten getötet. Ausgewertete Fotos und Satellitenaufnahmen aus der Stadt Tikrit gäben starke Hinweise auf ein "schreckliches Kriegsverbrechen". Es seien jedoch weitere Untersuchungen notwendig.

Schüsse auf dem Campus

Die Zahl der Opfer könnte noch deutlich höher sein, teilte HRW mit. Die Organisation betonte, dass in einem bewaffneten Konflikt die Ermordung jedes Soldaten, der sich ergeben hat oder gefangen genommen wurde, ein Kriegsverbrechen darstelle. ISIS-Kämpfer hatten Tikrit, die Heimatstadt des gestürzten Machthabers Saddam Hussein, am 11. Juni eingenommen.

Hubschrauber der irakischen Armee haben unterdessen erneut Ziele in Tikrit angegriffen. "Wir konnten Schüsse hören", berichtete ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur Reuters. Die Hubschrauberbesatzung feuerte demnach auf den Campus der Universität, um die Kämpfer der ISIS zu vertreiben.

Täglich fliegen Drohnen

Die US-Regierung will sich vor möglichen Luftangriffen auf die ISIS in den kommenden Wochen erst ein genaues Bild der Lage im Irak verschaffen. "Wir sind noch nicht so weit", zitiert die Nachrichtenagentur Reuters eine ungenannte Quelle aus Regierungskreisen.

Es brauche Zeit, um Einzelheiten über Aufstellung, Bewaffnung und Pläne der Extremisten zu bekommen, hieß es weiter. Dabei werde auch ein neues irakisch-amerikanisches Einsatzzentrum in Bagdad behilflich sein. Zudem fliegen täglich Aufklärungsflugzeuge und Drohnen über das Land.

Hilfe für syrische Rebellen

Präsident Barack Obama hatte den Kongress in Washington zuvor aufgefordert, 500 Millionen Dollar (367 Millionen Euro) für die Unterstützung der Regierungsgegner in Syrien zu bewilligen. Das Geld solle unter anderem in Ausbildung und Ausrüstung der Aufständischen fließen, erklärte das Weiße Haus. Die Gegner von Präsident Baschar al-Assad fordern darüber hinaus vom Westen auch Waffenlieferungen.

Die USA und ihre Verbündeten zögern aber aus Angst, dass die Waffen letztlich radikalen Islamisten innerhalb der syrischen Opposition - wie etwa der ISIS - in die Hände fallen. Die sunnitischen Extremisten wollen auf syrischem und irakischem Gebiet einen islamischen Staat errichten.

Ban befürchtet Zerfall von Irak und Syrien

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon schrieb in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" im Hinblick auf Syrien und den Irak, "der Zusammenhalt zweier wichtiger Staaten" stehe in Frage. Es sei "unverantwortlich", weiter die Konfliktparteien in Syrien militärisch zu unterstützen, die "schamlos Menschenrechte verletzen".

jj/det (dpa, afp, rtr)

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