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Politik

Neue Hemden braucht das Land

Der Kanzler hat es nun wirklich nicht leicht. Das Volk murrt, emeritierte aber immer noch medienwirksame Professoren wollen gegen ihn Barrikaden errichten. Aber damit nicht genug.

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Liederliche Barden rappen Hohn und Spott, mit dem Panzer-Verwechsel-Spiel wird für Peinlichkeiten gesorgt und dann auch noch die Internet-Aktionletzteshemd.de.

Genervt von den immer neuen Nachrichten über Steuer-, Gebühren- und Beitragserhöhungen hat ein Ruhrgebietsbürger per Internet dazu aufgerufen, dem Kanzler, der einem da bis auf das letzte Hemd ausziehe, eben dieses zuzusenden. Seitdem schleppt die Post Tag für Tag Hemd für Hemd ins Bundeskanzleramt, dass der Berliner Volksmund auch Betonwaschmaschine nennt. Bis zum Weihnachtsfest sollen es etwa 30.000 sein.

Das ist auch für einen modebewussten Mann wie Gerhard Schröder zu viel. Selbst wenn er jeden Tag zwei Hemden tragen würde, reichte der Vorrat über vierzig Jahre oder - politisch formuliert - zehn Legislaturperioden. Zur Lösung des Problems sprang jetzt eine gemeinnützige Verwertungsgesellschaft ein. Sie will sich der Hemden annehmen, sie - das wird ausdrücklich betont - fair verwerten und damit den Bürgerprotest zu einem Akt der Wohltätigkeit umfunktionieren.

So gesehen, endlich einmal eine gute Nachricht für den in diesen Tagen so geplagten Kanzler.