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Nahost

Neue Gewaltexzesse

Bei einem Selbstmordanschlag auf einen Militärstützpunkt bei Tal Afar sind am Montag mindestens 15 Menschen getötet und 30 weitere verletzt worden. Schon der Vortag war einer der blutigsten seit Wochen.

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Der Schmerz der Angehörigen in Bagdad

Irak Bombenanschlag in Mosul

Irakische Polizei und US-Soldaten inspizieren den Schauplatz der Bombenexplosion in Mosul

Bei den Opfern handelte es sich vermutlich um Iraker: Der Attentäter sprengte sich vor einem Rekrutierungsbüro der Streitkräfte in die Luft. US-Präsident George W. Bush hatte Tal Afar, dass etwa 50 Kilometer westlich von Mossul im Nordirak liegt, erst kürzlich als Beispiel für die gelungene Bekämpfung der Aufständischen angeführt.

Widersprüchliche Angaben

Weiter widersprüchliche Angaben gab es über einen Angriff von amerikanischen und irakischen Sondereinheiten auf ein Gebäude im Westen Bagdads, bei dem am Sonntagabend zahlreiche Menschen getötet worden waren. Nach US-Angaben wurden "16 Aufständische erschossen und drei verletzt". Die Razzia habe in einem mehrstöckigen Gebäude stattgefunden, nicht aber in einer Moschee, und es seien Waffen sichergestellt sowie eine irakische Geisel befreit worden.

Irak Bombenanschlag

Shiiten-Gebiet in Bagdad, wo mindestens 16 Menschen starben

Nach Angaben der irakischen Polizei und des schiitischen Geistlichen Muktada al Sadr griffen die Truppen einen Moschee-Komplex an, und es gab 22 Todesopfer. Bei ihnen soll es sich um unbewaffnete Gläubige gehandelt haben, die sich zum Abendgebet in der Moschee versammelt hätten. Nach Polizeiangaben wurden die Soldaten zuvor aus der Nachbarschaft beschossen, nicht jedoch aus der Moschee.

30 Leichen ohne Kopf

In einer Ortschaft nördlich von Bagdad entdeckten die irakischen Streitkräfte 30 zumeist enthauptete Leichen. Über die Identität der Toten oder die mutmaßlichen Täter machten die Behörden keine Angaben. Militärsprecher Saman Talabani hatte zuvor erklärt, Anwohner des Dorfes Mulla Eid in der Nähe von Buhris, rund 60 Kilometer nördlich von Bagdad, hätten den Leichenfund gemeldet. Seit dem Anschlag auf eine schiitische Moschee in Samarra Ende Februar hat die Gewalt zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen im Irak zugenommen.

In der Hauptstadt wurden unterdessen zwölf weitere Leichen entdeckt. Im Westen waren es neun Männer, die einen Strick um den Hals hatten und an den Händen gefesselt waren. Im Osten Bagdads wurden die Leichen von zwei Männern und einer Frau entdeckt, die mit Kopfschüssen getötet worden waren.

Am Sonntag kostete die Gewalt im Irak somit mindestens 69 Menschen das Leben - es war einer der blutigsten Tage seit Wochen.

Großbritannien will reduzieren

Großbritannien wird nach den Worten von Premierminister Tony Blair die Zahl seiner Soldaten im Irak trotz der anhaltenden Gewalt reduzieren. Die irakische Regierung entwickele derzeit die Kapazitäten ihrer Sicherheitskräfte weiter, sagte Blair am Montag in Australien. Im gleichen Maße könne Großbritannien seine Truppen abziehen. Einen Zeitrahmen für den Abzug wollte er nicht nennen. (sams)