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Europa

Neue Gewalt in Mazedonien

Die Lage in Mazedonien spitzt sich wieder zu: Nahe der Stadt Tetovo sind am Sonntagabend drei mazedonische Polizisten bei Kämpfen mit albanischen Rebellen getötet worden.

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Mazedonischer Soldat

Albanische Rebellen verschleppten zudem am Montagmorgen in Nordwestmazedonien 25 Menschen. Sie seien bei der Ortschaft Celopek aus einem Bus entführt worden. Das berichtete die staatliche mazedonische Nachrichtenagentur MIA in Skopje. Gleichzeitig hätten die Freischärler aber 25 andere Mazedonier freigelassen, nachdem die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) vermittelt habe. Damit befinden sich weiter etwa 60 Zivilisten in der Hand der Rebellen.

Drei Polizisten getötet

Zuvor waren am Sonntag mindestens drei Polizisten getötet worden. Die Männer der Spezialeinheit «Löwen» wurden am Abend bei einem Feuergefecht mit albanischen Kämpfern nahe der Stadt Tetovo erschossen. Zwei weitere Beamte seien verletzt worden, teilte die Polizei mit. Nach Wochen weitgehender Ruhe war der Konflikt erneut eskaliert, als mazedonische Sicherheitskräfte am Sonntag sieben mutmaßliche Rebellen festnahmen. Unter ihnen seien auch zwei ranghöhere Anführer der offiziell aufgelösten albanischen "Nationalen Befreiungsarmee" (UCK). Der Ort Nesprosteno liegt unweit der mehrheitlich von Albanern bewohnten Stadt Tetovo, die in den vergangenen Monaten mehrfach umkämpft war.

Verwirklichung des Friedensplans fraglich

Der Zugriff der Polizei erfolgte trotz einer Amnestieerklärung für die Rebellenkämpfer, die sich von der NATO hatten entwaffnen lassen. Der mazedonische Ministerpräsident Ljubco Georgievski hatte vorher schon einem von der NATO und internationalen Vermittlern geforderten Amnestiegesetz für Albaner-Rebellen eine Absage erteilt. Es werde bei einer politischen Erklärung bleiben. Damit ist die vollständige Verwirklichung des Friedensplans für Mazedonien erneut fraglich. Die Verfassung macht eine Parlamentsentscheidung über eine Amnestie erforderlich, die Skopje bisher umgangen hat. (hh)

  • Datum 12.11.2001
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1MOK
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