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Aktuell Welt

Neue Gewalt in Ägypten am "Freitag der Wut"

Die Islamisten am Nil mobilisieren zu neuen Massenprotesten, liberale und linke Kräfte rufen zu Gegenkundgebungen auf: Militär und Polizei drohen zu schießen. Es kam bereits zu ersten neuen blutigen Zusamenenstößen.

Zwei Tage nach der blutigen Räumung der Protestcamps der Islamisten mit mehr als 600 Toten und tausenden Verletzten steht Ägypten vor einer neuen Welle der Gewalt. Die Lage ist hochexplosiv. Anhänger der radikalen Islamisten-Vereinigung Dschihad wollen gemeinsam mit den Muslimbrüdern gegen die vom Militär eingesetzte Übergangsregierung demonstrieren. Unter dem Motto "Freitag der Wut" seien friedliche Kundgebungen geplant, aber niemand könne garantieren, dass es nicht auch zu Gewalt und Brandanschlägen komme, meinte der Generalsekretär der Islamischen Partei, Mohammed Abu Samra. Gerade die jungen Menschen seien sehr erzürnt.

Kontrahenten bringen sich in Stellung

Insgesamt 28 Märsche mit islamistischen Demonstranten sollen auf dem Weg in die Innenstadt sein. Auch die Gegner des entmachteten Präsidenten Mohammed Mursi versammeln sich zu Protesten. Auf dem Tahrirplatz hat sich die Armee mit Panzern in Stellung gebracht. Überall in der Stadt ist die massive Präsenz von Sicherheitskräften deutlich zu erkennen. Erste Tote gab es an diesem Freitag bei Auschreitungen in Ismailia.

Video ansehen 01:30

Ägypten: Freitag der Wut

Bürgerwehren

Die Gegner der Islamisten, die Nationale Heilsfront, eine lose Allianz liberaler und linker Gruppierungen, rief die Ägypter auf, sich nicht von den Muslimbrüdern terrorisieren zu lassen. Die Protestbewegung "Tamarud", die Ende Juni die Massenbewegung gegen den islamistischen Präsidenten Mursi organisiert hatte, rief die Bürger auf, am Freitag in ihren Wohnvierteln Bürgerwehren zu bilden, um ihre Häuser sowie die lokalen Moscheen und Kirchen vor möglichen Attacken der Islamisten zu schützen.

Das ägyptische Innenministerium wies die Polizei an, ab sofort mit scharfer Munition auf Plünderer und Saboteure zu schießen. Nach einer Reihe von Überfällen der Muslimbrüder auf staatliche Gebäude und Einrichtungen auch in den Provinzen wird hartes Durchgreifen befohlen. Es dürfe nicht wieder dazu kommen, dass Regierungsgebäude in Flammen aufgehen oder Waffen aus Polizeistationen geraubt werden.

SC/sti/qu (dpa, afp, rtr)

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