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Nahost

Neue Gewalt überschattet Araber-Gipfel

Der Gipfel der Arabischen Liga in Beirut hat mit einem Eklat begonnen. Die Palästinenser verließen die Konferenz nach wenigen Stunden. Kurz darauf wurde aus Israel ein weiterer Selbstmordanschlag gemeldet.

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Bei einem der schwersten Terrorakte seit dem Beginn des Aufstands der Palästinenser kamen in der Küstenstadt Netanja mindestens 16 Menschen ums Leben. Mehr als hundert Personen wurden verletzt. Der Attentäter hatte ein Hotel betreten, war in einen Essensraum gegangen und hatte sich dort in die Luft gesprengt.

Am Nachmittag war es bei der Konferenz in Beirut zu chaotischen Szenen gekommen: Als eine TV-Ansprache Jassir Arafats nicht wie geplant direkt in den Saal übertragen wurde, verließen die Palästinenser unter Protest die Konferenz. Mehrere Gipfelteilnehmer schlossen sich an.

Arafat blieb in Ramallah

Gipfel in Beirut

Demonstrationen im Flüchtlingslager Sabra in Beirut

Arafat hatte seine Teilnahme am Gipfel in Beirut wegen der von Israels Premier Scharon gestellten Bedingungen abgesagt. Scharon hatte gedroht, ihn nicht in die Palästinensergebiete zurückkehren zu lassen. Daraufhin hatte die Arabische Liga beschlossen, die Botschaft Arafats per Satellit live zu übertragen. Die Libanesen nannten "technische Schwierigkeiten" als Ursache für den Ausfall der Übertragung. Die Palästinenser werteten den Vorgang hingegen als Affront.

Abdullahs Friedensplan

Saudi Arabiens Prinz Abdullah in Beirut

Der saudische Kronprinz Abdullah in Beirut

Damit droht der Gipfel in Beirut zu scheitern bevor er richtig begonnen hat. In der libanesischen Hauptstadt wollten die Vertreter der arabischen Staaten vor allem über den Friedensplan des saudischen Kronprinzen Abdullah diskutieren. Kurz vor dem spektakulären Auszug der Palästinenser aus dem Konferenzsaal hatte Abdullah seinen Vorschlag präsentiert. Er appellierte an das israelische Volk, sich von ihrer Regierung und deren zerstörerischer Politik abzuwenden. "Ich schlage vor, dass die Arabische Liga dem UN-Sicherheitsrat ein gemeinsames Programm vorlegt, das Israel normale Beziehungen und Sicherheit garantiert", fügte er hinzu.

Im Gegenzug sollten die Israelis einen unabhängigen palästinensischen Staat mit Jerusalem als Hauptstadt akzeptieren und sich aus den seit 1967 besetzten Gebieten zurückziehen. Über den Friedensvorschlag und eine gemeinsame Erklärung zum Irak wurde im Chaos nach dem Auszug der Palästinenser jedoch kaum noch diskutiert.

Gipfel ohne Mubarak

Besuch von Husni Mubarak in Berlin

Der ägyptische Präsident Husni Mubarak

Dabei hatte Beobachter an den Gipfel große Hoffnungen geknüpft. Doch in den letzten Tagen hatte es immer neue Rückschläge gegeben. So überschattete das diplomatische Tauziehen um Arafats Reise nach Beirut die Vorbereitungen. In letzter Minute sagten dann sowohl der jordanische König Abdullah II. und der ägyptische Präsident Husni Mubarak ihre Teilnahme ab.

Er sei nicht nach Beirut gereist, weil er gegen die Versuche Israels, Arafat zu erpressen und das palästinensische Volk zu demütigen, protestieren wolle, sagte Mubarak. Aus Delegationskreisen in Beirut hieß es jedoch, Jordanien und Ägypten hätten sich bei den Beratungen über den saudischen Friedensvorschlag an den Rand gedrängt gefühlt. (hh)

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