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Nahost

Neue Gespräche zwischen IAEA und Iran

Das Tauziehen um das iranische Atomprogramm geht weiter. In Teheran will der Vizechef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Olli Heinonen, mit dem iranischen Vize-Unterhändler Dschawad Waidi Gespräche führen.

Jawad Waidi, Quelle: dpa

Jawad Waidi verhandelt für den Iran mit der IAEA

Im Mittelpunkt der Gespräche am Montag (20.8.) steht die Aufklärung aller noch ausstehenden Fragen im Zusammenhang mit dem Atomprogramm Teherans.

Fast 20 Jahre lang hat der Iran sein Atomgramm geheim gehalten. Und genau das hat die Internationale Gemeinschaft misstrauisch gemacht. Auf die Frage, ob das Land nach Atomwaffen strebt, gibt es bislang keine zufriedenstellende Antwort, so Jerry Sommer, Iranexperte beim Internationalen Konversionszentrum Bonn: "Es gibt bisher keine Beweise dafür, dass der Iran ein Atomwaffenprogramm hat. Es gibt allerdings hinsichtlich verschiedener Aktivitäten des Iran Fragen, die noch nicht beantwortet sind."

Stein des Anstoßes: Urananreicherung und Schwerwasser-Reaktor

Umstritten sind zum einen das Programm zur Urananreicherung sowie der geplante Bau eines Schwerwasser-Reaktors. Beide Verfahren können auch zur Gewinnung von atomwaffenfähigem Material genutzt werden.

Mahmud Ahmadinedschad, Quelle: AP

Welche Absichten hat Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad?

In einer Fabrik in Natans, rund 300 Kilometer südlich von Teheran, steht eine Pilotanlage für Urananreicherung, und eine größere unterirdische Anlage zur industriellen Urananreicherung ist im Bau. Die iranische Regierung beteuert, dass sie dort nur schwach angereichertes Uran zur Energiegewinnung erzeugen will. Doch daran gibt es sowohl bei der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA und bei vielen westlichen Regierungen - allen voran den USA - erhebliche Zweifel. "Es gibt beim Iran insofern Verdachtsmomente, als der Iran auch diese Urananreicherung, die nach den Regeln der IAEA eigentlich legal ist, auch verheimlicht hat. Das hat Misstrauen bei der Internationalen Gemeinschaft hervorgerufen", sagt Jerry Sommer.

Außerdem fanden die Inspekteure der IAEA an Zentrifugen in Natans Spuren zweier verschiedener Typen von hoch angereichertem Uran. Die Regierung in Teheran gab dazu an, man habe die betreffenden Zentrifugen importiert, sie seien im Ausland verunreinigt worden.

Anreicherung im Rahmen binationaler Gemeinschaftsunternehmen?

Mohammed El Baradei, Quelle: AP

IAEA-Generaldirektor Mohammed El Baradei

IAEA-Generaldirektor El Baradei schlägt seit längerem vor, die Anreicherung nicht mehr in nationaler Verantwortung vorzunehmen, sondern etwa im Rahmen binationaler Gemeinschaftsunternehmen. In diese Richtung zielt der russische Vorschlag, der Iran solle den für seine Kraftwerke benötigten Nuklearbrennstoff in einer russisch-iranischen Anlage in Russland herstellen. Auf diese Weise, so die Hoffnung, wäre es für Teheran schwierig, Nuklearmaterial zum Bau von Kernwaffen abzuzweigen.

Die Urananreicherung ist nicht die einzige militärisch verwendbare Nukleartechnologie, an der Iran arbeitet. In Arak, 250 Kilometer südwestlich von Teheran, ist die Errichtung eines Schwerwasserreaktors zu Forschungszwecken geplant. Dieser Reaktortyp gilt als wenig wirtschaftlich zur Energieversorgung, kann aber in Verbindung mit einer Wiederaufbereitungsanlage zur Gewinnung von Plutonium verwendet werden. Daraus lassen sich ebenfalls Atomwaffen bauen.

Über die technischen Fähigkeiten der Iraner gibt es keine einheitliche Meinung. Nach Auffassung der amerikanischen Geheimdienste ist das Land nicht vor 2015 in der Lage, genug hoch angereichertes Uran zum Bau von Atomwaffen herzustellen. Die Amerikaner stützten sich dabei auf Satellitenaufnahmen, abgehörte Gespräche und Erkenntnisse der UN-Inspekteure, die seit Jahren die iranischen Atomanlagen untersuchen.

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