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Politik

Neue Gefechte in Somalia

Seit 15 Jahren gibt es in Somalia keine Regierung. Kämpfe zwischen zwischen Clanchefs und islamischen Milizen zerstören das Land. Die Interessen sind teilweise vom Ausland beeinflusst. Kenia versucht zu schlichten.

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Miliz in Mogadischu

In Somalia, dem Land am Horn von Afrika, gab es im Mai wiederholt schwere Zusammenstöße zwischen Warlords einzelner Stämme und islamischen Milizen. Bei Kämpfen in der Hauptstadt Mogadischu kamen zahlreiche Menschen ums Leben - die meisten von ihnen Zivilisten, darunter Frauen und Kinder. Auch bei einem Angriff in der Ogaden-Region an der Grenze zu Äthiopien starben mehrere Menschen.

Neue Gefechte verletzen eine Waffenruhe, auf die sich die verfeindeten Milizen Mitte Mai verständigt hatten. Welche Chancen hat Somalia, sich von den einflussreichen Stammesfürsten zu befreien, damit Frieden und Sicherheit keine Unbekannten für das Land bleiben?

Clans vertreten zum Teil ausländische Interessen

Miliz Soldat in Mogadishu Somalia

Miliz-Soldat in Mogadishu vor dem Wrack eines UN-Fahrzeugs

Das ostafrikanische Somalia mit seinen zehn Millionen Einwohnern ist ohne Regierung, seit der frühere Diktator Siad Barre im Januar 1991 entmachtet wurde. Es gibt viele Konflikte auf dem afrikanischen Kontinent, der somalische scheint besonders kompliziert zu sein. Dazu meint Basil Nyama, Herausgeber der Zeitschrift "Horn of Africa Bulletin" im kenianischen Nairobi: "Der somalische Konflikt ist sehr dynamisch. Er geht auf die Clans zurück, aber er reicht noch weiter. Es geht genauso um lokale und regionale Interessen wie um externe bzw. internationale Interessen." So ist es laut Nyama nicht so einfach zu sagen, die Somalis sollten mit den Clans verhandeln und den Streit mit ihnen schlichten, wenn bekannt sei, dass einige der Clans ausländische Interessen vertreten. "Das macht es sehr kompliziert eine andauernde Lösung für die Unruhen in Somalia zu finden", so der Herausgeber.

Darfur verdrängt Somalia

Die Afrikanische Union (AU), das höchste Organ des Kontinents, scheint derzeit vor allem mit der Lage in der sudanesischen Region Darfur beschäftigt zu sein. Das Somalia-Problem wird nicht völlig vernachlässigt, aber es ist trotzdem frustrierend. Jacob Tesfay, Direktor am "Life and Peace Institute" im kenianischen Nairobi, meint: "Es ist nicht leicht, eine Lösung für ein Problem zu finden, das seit 15 Jahren andauert. Es ist leicht oberflächliches Gespräche in Gang zu setzen, aber es ist sehr schwer, aus dem bösartigen Kreislauf ganz heraus zu kommen. Immerhin hat es aber einen Versuch gegeben Somalia durch die 'Intergovernmental Authority for Development' - IGAD - Frieden zu bringen. Dazu gehören die Nachbarländer Kenia, Äthiopien, Sudan, Uganda, Dschibuti und Eritrea."

Kenias Botschafter in schwerer Mission

Vor allem Kenia hat laut Tesfay eine wichtige Rolle. Dessen Botschafter Bethuel Kiplagat war federführend bei einer Schlichtungskonferenz, zu der die verschiedenen somalischen Gruppen zusammengekommen sind. "Er hat sein bestes getan, damit Kenia und andere IGAD-Staaten dazu beigetragen haben, dass eine Lösung für den Konflikt in Somalia gefunden wird", sagt Tesfay. "Schließlich wurde eine provisorische Regierung für Somalia gebildet."

Die Somalis haben schlechte Erfahrungen damit gemacht, die richtige Medizin für die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Krankheiten ihres Landes zu finden. Doch nach 15 Jahren der Anarchie ist es Zeit für eine Lösung. "Somalia braucht kein Rezept, sondern eine Diagnose der ursprünglichen Ursachen. Aber dies wurde bereits während des Friedensprozesses für Somalia versucht, für den 13 oder 14 Konferenzen benötigt wurden. Ein Ergebnis war die Bildung der provisorischen Regierung. Es fehlt noch eine Menge, beispielsweise braucht Somalia dringend institutionelle Strukturen", sagt Herausgeber Nyama.

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