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Aktuell Nahost

Neue Flüchtlingskatastrophe befürchtet

Die Milizionäre des IS ziehen marodierend und mordend durch den Norden Syriens. Die Kurden wurden aus mehr als 100 Dörfern vertrieben. Die UN und die Türkei bereiten sich auf ein weiteres großes Flüchtlingsdrama vor.

Politiker und Kommandeure der Kurden richten dringende Aufrufe an ihre Kämpfer, den Landsleuten in Syrien zu Hilfe zu eilen. Auch die wichtige Stadt Ain al-Arab (in Kurdisch: Kobane) steht vor dem Fall: Die Terrorarmee "Islamischer Staat" (IS) ist bis auf wenige Kilometer an die Enklave herangerückt, wie aus kurdische Quellen und von syrischen Menschenrechtsaktivisten verlautete.

Ain al-Arab war bisher unter Kontrolle der Volksschutzeinheiten, die der kurdischen Arbeiterpartei PKK nahe stehen. Seit Donnerstag setzen die IS-Milizionäre ihren Vormarsch in der Region fort und haben mindestens 100 Dörfer erobert. Flüchtlinge berichten von willkürlichen Gewaltakten bis hin zu Enthauptungen.

IS-Terrormiliz auf dem Vormarsch (Foto: AP)

IS-Terrormilizen: Auch im Norden Syriens kaum zu stoppen

Aus Furcht vor dem blutigen Regime der Dschihadisten sind nach jüngsten Angaben der Vereinten Nationen binnen 24 Stunden etwa 70.000 Kurden aus Syrien in die Türkei geflohen. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR in Genf will seine Hilfe für die türkische Regierung wegen des zunehmenden Flüchtlingsandrangs noch weiter aufstocken. Die Regierung in Ankara hatte am Samstag mitgeteilt, dass rund 45.000 Schutzsuchende über acht verschiedene Grenzübergänge ins Land gekommen seien.

Die Türkei hatte sich zunächst geweigert, die syrischen Kurden ins Land zu lassen. Man sieht sich angesichts der Flüchtlingsmassen schlicht überfordert. Seit dem Beginn des syrischen Bürgerkriegs vor dreieinhalb Jahren kamen schätzungsweise 1,5 Millionen Menschen in die Türkei.

UNHCR und türkische Behörden bereiten sich auf Hunderttausende weitere Vertriebene vor. Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Antonio Guterres, mahnte zu verstärkten internationalen Anstrengungen, Syrern Asyl zu gewähren und die Nachbarstaaten zu unterstützen.

Im Irak versuchen die USA und Frankreich, die Abwehrschlacht gegen den IS durch Luftangriffe zu unterstützen. Am Samstag flogen die USA Angriffe auf Ziele unmittelbar im Zentrum von Mossul, einer Hochburg der Dschihadisten.

"Schmutzige Allianz" gegen IS?

In Syrien will man den gemäßigten Rebellen unter die Arme greifen. Eine gemeinsame Front mit Staatschef Baschar al-Assad wird im Westen aber abgelehnt. Russland warnte, Luftangriffe in Syrien seien mit dem Völkerrecht nicht vereinbar. US-Außenminister John Kerry hatte bei den aktuellen UN-Sitzungen für eine "globale Allianz" zur Bekämpfung des IS geworben. Dabei müsse auch der Iran eine Rolle spielen.

SC/rb (rtre, afpe, dpa)