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Wirtschaft

Neue Exportmärkte für den Mittelstand

Das Abenteuer ruft: Für deutsche Mittelständler gibt es noch viele neue Märkte zu entdecken – nicht nur in den Schwellenländern. Wo locken vielversprechende Geschäftsmöglichkeiten? Eine Bundesbehörde gibt Geheimtipps.

Wenn Michael Pfeiffer von Indonesien spricht, gerät er ins Schwärmen: Das Land bietet nach Meinung des Chefs von Germany Trade & Invest (GTAI) tolle Einstiegsmöglichkeiten für deutsche Mittelständler. Das rohstoffreiche Land habe dreimal so viele Einwohner wie Deutschland und mithin einen riesigen Binnenmarkt. Der indonesische Import habe im vergangenen Jahr um mehr als satte 30 Prozent zugelegt – der deutsche Export nach Indonesien sei aber gerade mal um magere vier Prozent gewachsen.

"Und das kann nicht sein. Wir können da zulegen, denn der indonesische Markt wächst auch in diesem Jahr", so Pfeiffer im Gespräch mit der DW. Vor allem, weil in Indonesien solche Produkte gefragt seien, die die deutsche Industrie und damit vor allem den Mittelstand groß gemacht hätten: Maschinen, Anlagen, chemische Produkte, Nahrungsmittel, Autos, Autoteile und nicht zuletzt umwelttechnische Ausrüstungen

Neue Möglichkeiten

Die "Top-Exportmärkte 2012" im Sinne von "dort gibt es viele neue Möglichkeiten" sind für Germany Trade & Invest neben Indonesien die Mongolei, Tunesien, Norwegen, die Slowakei, Peru und Mexiko.

Selbstverständlich bleibe auch in diesem Jahr bei den wichtigsten deutschen Märkten für deutsche Exporte "alles beim Alten", betont Pfeiffer. Das seien die europäischen Nachbarn. Nach Frankreich, die Niederlande, Italien, Großbritannien werde am meisten verkauft. Zu den wichtigsten Märkten gehörten auch die USA – sie lägen ungefähr gleichauf mit den Niederlanden auf Rang drei. Ganz vorne finden sich die Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien und China.

"Seit drei Jahren graben unsere Auslandsmitarbeiter immer wieder eine Handvoll unbekannter Länder aus, die wir dann vorstellen", sagt Pfeiffer. Diesmal gehöre beispielsweise die Slowakische Republik dazu: "Kein Mensch redet über das kleine Land, das sich überproportional gut in Europa entwickelt." Wachstumsprognose dieses Jahr: 1,7 Prozent, nächstes Jahr: 2,7 Prozent. Zum Vergleich: Deutschland wäre in diesem Jahr schon mit einem Wachstum von knapp einem Prozent sehr zufrieden.

Slowakische Republik und Mongolei

Wichtig für deutsche Unternehmen: In der Slowakei werde gegenwärtig viel investiert in Straßen- und Gleisbau. Das Land genieße einen hohen Bekanntheitsgrad für seine elektronischen und elektrotechnischen Produkte – allerdings nur in Fachkreisen. "Wussten Sie zum Beispiel, dass jeder vierte Flachbildschirm, der in Europa verkauft wird, aus der Slowakischen Republik kommt?" Pfeiffer stellt diese rhetorische Frage genießerisch mit fast schelmischem Unterton. Er weiß, wie er seine Zuhörer verblüffen kann.

Und so erzählt er von der Mongolei. Eigentlich brauche man das Land gar nicht zu erwähnen – das jährliche Handelsvolumen mit Deutschland betrage lediglich 150 Millionen Euro. "Aber die Mongolei verdoppelt jedes Jahr die Importe aus Deutschland", weiß Pfeiffer. Dort habe man viele Rohstoffe, brauche aber Infrastruktur: "Es muss alles ausgebaut werden, weil dieses Land vom Rohstoffboom profitiert." Und daran teilzuhaben, sei eine spannende Aufgabe, glaubt er.

Den deutschen Mittelständlern rät der Geschäftsführer von Germany Trade & Invest im Gespräch mit der DW: "Schaut euch um, es gibt noch viel zu entdecken." Es gebe noch große wie kleine Märkte, die nicht so im Fokus stünden, "aber überproportional gute Chancen bieten für unsere Produkte."

Autor: Klaus Ulrich
Redaktion: Henrik Böhme

Germany Trade & Invest ist die Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing der Bundesrepublik Deutschland. Die Gesellschaft berät ausländische Unternehmen, die ihre Geschäftstätigkeit auf den deutschen Markt ausdehnen wollen. Sie unterstützt deutsche Unternehmen, die ausländische Märkte erschließen wollen, mit Außenwirtschaftsinformationen.

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