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Aktuell Welt

Neue Eskalation an den Grenzen

An den Grenzen Syriens zur Türkei und zu Israel spitzt sich die Lage weiter zu. Bei einem Luftangriff auf syrische Rebellen wurden auch drei Türken verletzt. Auf dem Golan feuerte die israelische Armee gezielt zurück.

Nach Medienberichten galt der Luftangriff der syrischen Regierungstruppen der Ortschaft Ras al-Ain, die unmittelbar an der Grenze zur Türkei liegt und heftig umkämpft ist (Artikelbild). Durch die von dem Kampfflugzeug abgeworfene Bombe seien auf syrischer Seite mindestens vier Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden, meldete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu.

Unter den Bewohnern von Ras al-Ain sei Panik ausgebrochen, einige seien in die unmittelbar hinter der Grenze gelegene türkischen Kleinstadt Ceylanpinar geflohen. Auch dort hätten Angst und Panik geherrscht, hieß es.

Eine syrische Familie auf der Flucht in die Türkei (Foto: Reuters)

Eine syrische Familie auf der Flucht in die Türkei

Truppen des Regimes des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und Aufständische liefern sich seit Tagen in der Region im Nordosten heftige Kämpfe. Den Rebellen ist es dabei offenbar gelungen, einige Grenzübergänge und Ortschaften unter ihre Kontrolle zu bringen. Zivilisten flohen zu Tausenden in die Türkei.

Auf den von Israel annektierten Golan-Höhen feuerte die Armee erstmals gezielt auf Kampfverbände in Syrien. Zuvor sei erneut eine Granate aus Syrien in der Nähe eines israelischen Postens eingeschlagen, teilte das Militär in Tel Aviv mit. Israelische Panzer hätten daraufhin "die Quelle des Feuers" aus Syrien beschossen und getroffen, hieß es weiter. Am Sonntag (11.11.2012) hatte Israel Warnschüsse Richtung Syrien wegen des Einschlags von Granaten von dort abgegeben. In allen Fällen betonte das israelische Militär, die Geschosse seien im Zusammenhang mit dem innersyrischen Konflikt abgefeuert worden und nur versehentlich auf dem Golan gelandet.

Berlin begrüßt Einigung der Opposition

In Berlin begrüßte Bundesaußenminister Guido Westerwelle den Zusammenschluss syrischer Oppositionsgruppen. "Ich wünsche mir, dass mit der Nationalen Koalition der syrischen Revolutions- und Oppositionskräfte eine glaubwürdige politische Alternative zum Regime von Baschar al-Assad entsteht", erklärte Westerwelle. Die Außenminister der Arabischen Liga und der Europäischen Union würden an diesem Dienstag (13.11.2012) in Kairo beraten, wie sie die neue gemeinsame Plattform am wirkungsvollsten unterstützen können.

Der neue Chef der syrischen Opposition, Ahmed Muas al-Chatib (Foto: Reuters)

Der neue Chef der syrischen Opposition, Ahmed Muas al-Chatib

Die bislang zerstrittene syrische Opposition hatte sich auf einer Konferenz im Golfstaat Katar auf die Bildung einer gemeinsamen Dachorganisation verständigt. Unter anderem sollen die gegen das Regime in Damaskus kämpfenden Gruppen unter einem Obersten Militärrat vereint werden. Nach internationaler Anerkennung will die "Nationale Koalition" der Opposition eine provisorische Regierung bilden. Zum Präsidenten des neuen Verbunds wurde der islamische Rechtsgelehrte Scheich Ahmed Muas al-Chatib bestimmt.

wl/hp (dpa, afp, rtr, dapd)

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