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Aktuell Afrika

Neue Erkenntnisse nach Wüstendrama

Bei dem blutigen Geiseldrama in einer algerischen Gasförderanlage wurden nach Regierungsangaben mindestens 37 Ausländer aus acht Nationen getötet. Die Kidnapper kamen aus dem benachbarten Mali ins Land.

REFILE - CLARIFYING THE NAME AND LOCATION OF THE GAS PLANT Smoke rises above following demining operations at the Tiguentourine Gas Plant, located about 50 km (30 miles) from the town of In Amenas January 20, 2013. Algeria said on Sunday it expected heavy hostage casualties after its troops ended a desert siege, but Western governments warned against criticising tactics used by their vital ally in the struggle with Islamists across the Sahara. REUTERS/Louafi Larbi (ALGERIA - Tags: CIVIL UNREST POLITICS ENERGY)

Algerien Tiguentourine Gasfabrik Geiseldrama

Unter den mindestens 81 Toten bei der mehrtägigen Geiselnahme in der Gasförderanlage von In Aménas sind mindestens 37 Ausländer aus acht Nationen. Das teilte Ministerpräsident Abdelmalek Sellal am Montag in Algier mit. Über die genaue Staatsangehörigkeit der Opfer äußerte er sich nicht. Mindestens fünf Ausländer gelten weiterhin als vermisst.

Bislang haben die Regierungen Frankreich, der USA, Rumäniens, Großbritanniens, Japans und der Philippinen den Tod von Landsleuten bestätigt.

Kidnapper aus Mali

Die algerische Regierung teilte weiterhin mit, dass die insgesamt 32 Kidnapper aus dem Norden des Nachbarlandes Mali nach Algerien gekommen seien. Sie stammten aus insgesamt sechs Nationen. Drei von ihnen wurden festgenommen, 29 wurden bei dem Militäreinsatz am Samstag zur Beendigung der Geiselnahme getötet.

Unterdessen sind mehrere Delegationen aus den USA, Japan und anderen Ländern in Algerien eingetroffen, um die Opfer der Geiselnahme zu identifizieren.

Islamisten drohen weitere Angriffe an

Die Gruppierung Al-Mulathamin ("Die mit Blut unterzeichnen"), die für die Geiselnahme die Verantwortung übernommen hat, kündigte weitere Aktionen an. "Wir versprechen weitere Einsätze in allen Ländern, die an dem Kreuzzug gegen den Norden Malis teilgenommen haben, wenn sie ihre Entscheidung nicht überdenken", hieß es in einer Erklärung der Gruppe. Sie forderte ihre "muslimischen Brüder" auf, sich zu ihrem eigenen Schutz von Anlagen fernzuhalten, die von ausländischen Unternehmen betrieben würden.

Video ansehen 01:33

Nach Geiselname in Algerien: Extremisten drohen mit neuem Terror

Zu den Forderungen von Al-Mulathamin gehörte unter anderem, dass Frankreich seinen Einsatz gegen die Islamisten im Norden Malis beenden solle und die algerische Regierung den Überflug seines Territoriums für französische Kampfflugzeuge verweigern müsse.

Nach Aussage des algerischen Informationsministers hat sich die Regierung in Algier noch nicht festgelegt, ob französischen Flugzeugen im Mali-Konflikt uneingeschränkte Überflugrechte gewährt würden.

mak/pg (afp, dpa, dapd)

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