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Asien

Neue Drohgebärden im Korea-Konflikt

Von Entspannung keine Spur: Im Konflikt mit dem kommunistischen Norden hat Südkorea den Ton noch einmal verschärft. Auf die chinesische Vermittlungsinitiative ging Staatschef Lee mit keinem Wort ein.

Ein Fernsehbild in einem TV-japanischen TV-Geschäft zeigt eine Landkarte mit der südkoreanischen Inselgruppe Yeonpyeong (Foto: AP)

Nicht nur in Asien ein Anlass zur Sorge: Der Konflikt um Yeonpyeong

Knapp eine Woche nach dem nordkoreanischen Artillerieangriff auf Yeonpyeong hat Südkorea den kommunistischen Nachbarn eindringlich vor weiteren Aggressionen gewarnt. Für jede Provokation werde Nordkorea den Preis bezahlen, sagte Präsident Lee Myung Bak am Montag (29.11.2010) in einer Fernsehansprache. Militärschläge gegen Zivilpersonen seien ein unmenschliches Verbrechen und "sogar in Kriegszeiten verboten". Er fühle sich persönlich dafür verantwortlich, dass er "das Leben und Eigentum" seines Volkes nicht habe schützen können, sagte Lee. Bei dem Angriff auf die Inselgruppe Yeonpyeong waren am vergangenen Dienstag zwei Zivilisten und zwei Soldaten ums Leben gekommen.

Yeonpyeong wird Sperrgebiet

Südkorea hatte das Artilleriefeuer zwar erwidert, den Vorwurf Nordkoreas, das südkoreanische Militär habe während eines Manövers nahe der umstrittenen Seegrenze zuerst auf nordkoreanisches Seegebiet geschossen, weist Seoul jedoch immer wieder zurück. Auf Anordnung der Streitkräfte erklärten die südkoreanischen Behörden Yeonpyeong inzwischen zum Sperrgebiet für Zivilisten. Nun werde über eine Evakuierung der noch verbliebenen rund 300 Einwohner, Journalisten und Behördenvertreter nachgedacht, heißt es aus dem Verteidigungsministerium. Die Inselgruppe Yeonpyeong liegt nur etwa elf Kilometer von Nordkorea entfernt.

Südkoreas Präsident Lee Myung Bak (Foto: Xinhua)

Droht dem Nachbarn im Norden mit Konsequenzen: Südkoreas Präsident Lee Myung Bak

Marineeinheiten des Südens und der Vereinigten Staaten hatten am Sonntag eine gemeinsame Militärübung im Gelben Meer begonnen. Pjöngjang drohte mit "gnadenlosen Gegenschlägen", sollten die nordkoreanischen Seegrenzen verletzt werden. Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA bezeichnete das Manöver als Vorwand, um "einen Krieg um jeden Preis zu entfachen". Wenige Stunden nach Beginn der Übung wurde Artilleriefeuer aus Nordkorea vernommen. Es war bereits das zweite innerhalb von drei Tagen

Keine Reaktion auf Chinas Initiative

China bemüht sich weiterhin, die Spannungen zwischen den koreanischen Staaten mit einer diplomatischen Initiative zu entschärfen. Der Atombeauftragte Pekings rief zu einer neuen Runde der sogenannten Sechs-Parteien-Gespräche über das nordkoreanische Atomprogramm auf. Dafür sollten Vertreter der sechs Staaten - das sind Süd- und Nordkorea, die USA, China, Japan und Russland - Anfang Dezember zu einer Krisensitzung nach Peking kommen.

Südkoreas Staatschef Lee ging in seiner Rede jedoch nicht auf die Vermittlungsinitiative ein. Mit Blick auf das bisherige Verhalten des kommunistischen Nordens sagte er lediglich, es sei schwierig zu erwarten, "dass Nordkorea von sich aus seine Atomwaffen und militärisches Abenteurertum aufgibt". Lee appellierte an die Südkoreaner, der eigenen Regierung und Militär zu vertrauen. Ein Umbau der Streitkräfte werde wie geplant durchgeführt.

Autor: Rolf Breuch (dapd, dpa)
Redaktion: Nicole Scherschun

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