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Automobilbranche

Neue Diesel doch nicht klimafreundlicher als Benziner

Bundeskanzlerin Angela Merkel hebt immer wieder den niedrigen CO2-Ausstoß des Diesel-Motors im Vergleich zum Benziner hervor. Stimmt nicht, sagen die Grünen - und präsentieren Zahlen des Kraftfahrtbundesamts.

Neu zugelassene Diesel-Pkw produzieren nach Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes im Schnitt nicht weniger klimaschädliches Kohlendioxid als Benziner. Das geht aus einer Antwort des Verkehrsministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor. Demnach kamen aus dem Auspuff der 2016 in Deutschland zugelassenen Dieselautos durchschnittlich 128 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer, bei neu zugelassenen Benzinern 129 Gramm.

Ein ähnliches Verhältnis gebe es schon seit zehn Jahren, gesunken sei nur die Menge des CO2. So produzierte im Jahr 2007 ein neu zugelassener Pkw mit Benzinmotor durchschnittlich 168 Gramm Kohlendioxid. Bei einem neuen Diesel waren es 171 Gramm.

Große Unterschiede bei Gewicht und Leistung

Bei Gewicht und Leistung von Neuwagen zeigen sich größere Unterschiede. Im Jahr 2016 war der durchschnittliche Diesel-Neuwagen 29,5 Prozent schwerer und 21,2 Prozent leistungsstärker als der durchschnittliche Benzin-Neuwagen. Die Schere zwischen Benzinern und Diesel hat sich insbesondere seit 2001 erheblich vergrößert. Seit 2001 sind Gewicht und Leistung bei neuen Dieselautos viel stärker gewachsen als bei neuen Benzinern. Das Ministerium stützte sich in seiner Antwort auf die Zulassungsstatistik des Kraftfahrtbundesamtes.

"Dass der Diesel zum Klimaschutz beiträgt, ist ein Märchen", sagte der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Stephan Kühn. Auf ihn ging die Anfrage zurück. Der Diesel verspiele seinen "theoretischen Klimavorteil", weil er oft in "schweren, hochmotorisierten Autos verbaut" werde. Echten Klimaschutz gebe es nur mit abgasfreien Elektroautos, die mit Ökostrom geladen würden, sagte Kühn.

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