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Wirtschaft

Neue deutsch-chinesische Börse

Ab sofort ist es möglich, auch außerhalb von China mit chinesischen Wertpapieren in der Währung Renminbi zu handeln. Die "China Europe International Exchange“ (CEINEX) hat in Frankfurt den Handel aufgenommen.

Mit knapp 200 Finanzprodukten in Renminbi hat die neue deutsch-chinesische Börse in Frankfurt den Handel aufgenommen. An der China Europe International Stock Exchange (CEINEX) waren zum Start am Mittwoch 181 Anleihen und 17 Indexfonds (ETFs) gelistet.

Dies sei ein wichtiger Schritt bei der Öffnung der chinesischen Finanzmärkte, sagte Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter, fügte allerdings hinzu: "Uns steht noch viel Arbeit bevor." Kengeter hat als Investmentbanker einige Zeit im Reich der Mitte gearbeitet.

Angebot soll noch wachsen

Die angebotenen ETFs basieren auf chinesischen Geldmarktprodukten oder Aktienindizes, beispielsweise dem Shanghaier SSE 50. Die neue Börse wolle ihr Produktangebot schrittweise ausbauen, erklärte CEINEX-Vorstand Jianhong Wu. Es könne bald auch chinesische Aktien umfassen.

Konzerne aus der Volksrepublik könnten diese in Frankfurt ausgeben und über das Zweitlisting Kapital bei internationalen Investoren aufnehmen. Bei der CEINEX gibt es die Hoffnung, große chinesische Unternehmen wie PetroChina oder die Bank of China anzulocken, was der Etablierung des neuen Marktplatzes helfen würde.

Deutsche Börse macht mit

CEINEX wolle zunächst vor allem um institutionelle Investoren werben, sagte Wu. Die chinesische Politik unterstütze das Projekt und erhoffe sich davon auch Erkenntnisse für die Weiterentwicklung des Marktes im Reich der Mitte. Die drei Hauptakteure der CEINEX halten unterschiedlich hohe Anteile: Die Deutsche Börse genauso wie die größte chinesische Börse Shanghai Stock Exchange (SSE) halten 40 Prozent, die übrigen Anteile liegen bei der China Financial Futures Exchange.

Positiv auswirken wird sich die CEINEX nach Einschätzung von Experten auf die

Renminbi-Handelsplattform

in Frankfurt, die von der Bank of China betrieben wird. Für Kunden, die dort ein Renminbi-Konto haben, ist es hilfreich, wenn sie ihr Geld in Deutschland auch in Finanzprodukte in der chinesischen Währung anlegen können.

China wiederum treibt durch die vielfältigen Projekte die Internationalisierung seiner Währung voran und möchte erreichen, dass der Renminbi nicht nur als globale Handelswährung, sondern perspektivisch auch als Investitionswährung eingesetzt wird.

Weiteres Gemeinschaftsunternehmen geplant

Die Deutsche Börse plant zudem, ein zweites deutsch-chinesisches Gemeinschaftsunternehmen mit Sitz in Frankfurt ins Leben zu rufen. Es soll zusammen mit der chinesischen Zentralbank betrieben werden und den Handel von Zins- und Währungsderivaten anbieten.

iw/bea (rtr)

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