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Wissen & Umwelt

Neue Chefs bei den Vereinten Nationen

Sowohl das UN-Umweltprogramm als auch die Klimarahmenkonvention bekommen neue Köpfe: den ehemaligen Umweltminister von Norwegen beziehungsweise die mexikanische Botschafterin. Wir sehen uns die Neuen mal genauer an.

Erik Solheim wird ab Juli das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) leiten. Der Norweger leitet derzeit den Ausschuss für Entwicklungshilfe der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). In den Jahren 2005 bis 2012 war er norwegischer Entwicklungshilfeminister, von 2007 bis 2012 zusätzlich Umweltminister.

Gleichzeitig meldete sich Christiana Figueres, Generalsekretärin des Sekretariats der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC), über den Kurznachrichtendienst Twitter: Sie gab bekannt, dass Ban Ki-moon die Mexikanerin Patricia Espinosa als neue UNFCCC-Generalsekretärin auserkoren habe.

Patricia Espinosa ist derzeit mexikanische Botschafterin in Deutschland. Im Jahre 2010 leitete sie als mexikanische Außenministerin die Verhandlungen bei der Weltklimakonferenz in Cancún. Staatsvertreter hätten die "transparente Verhandlungsführung" der Mexikanerin gelobt, schrieb damals die "Zeit".

Solheim: mehrfach ausgezeichneter Umweltretter

Erik Solheim ist in der UNEP kein Unbekannter. Schon jetzt wirkt er dort als bevollmächtigter Beauftragter für Umwelt, Konflikte und Katastrophen. Für seine Arbeiten zu Umwelt und Klima erhielt er die UNEP-Auszeichnung "Champion of the Earth". Aber damit nicht genug: Das US-amerikanische "Times Magazine" kürte ihn einst zum "Hero of the Environment", die Weltnaturschutzunion IUCN zum "Patron of Nature".

Erik Solheim (Foto: picture-alliance/dpa/J.Heon-Kyun)

Erik Solheim: "Hero of the Environment" und "Champion of the Earth"

In Norwegen initiierte Solheim die "Norwegian International Climate and Forest Initiative". Dabei kooperiert der skandinavische Staat mit Brasilien, Indonesien, Guyana und anderen Länder, um Regenwälder nachhaltig zu nutzen und so den Treibhausgasausstoß zu senken. Während Solheims Zeit als Minister trat auch der "Nature Diversity Act" in Kraft: Dieser stellte acht neue Nationalparks in Norwegen und die Wälder rund um Oslo unter Schutz.

Friedensstifter in Sri Lanka

Solheims politische Karriere begann im Jahr 1977 als Leiter der sozialistischen Jugend, dem jungen Arm der sozialistischen Linken Partei Norwegens. Später, von 1989 bis 2001 saß der jetzt 61-Jährige für die Partei im norwegischen Parlament.

Im Jahr 2000 brachte ihn ein Beraterposten für das norwegische Außenministerium nach Sri Lanka. Dort wurde er in den darauffolgenden Jahren darauf zu einem wichtigen Verhandlungspartner zwischen der Regierung und der Liberation "Tigers of Tamil Eelam", kurz Tamil Tigers, LTTE, genannt. Diese paramilitärische Organisation kämpfte in einem Bürgerkrieg für die Unabhängigkeit des Nordens und Ostens Sri Lankas. Die EU und die USA stufen die Tamil Tigers als terroristische Organisation ein. Ein Waffenstillstand wurde 2002 vereinbart, aber

im Jahr 2008 von der Regierung aufgekündigt.
Sri Lanka Bürgerkrieg (Foto: Ishara S. KODIKARA/AFP/Getty Images)

Erik Solheim half bei den Verhandlungen im Bürgerkrieg von Sri Lanka

Im Ausschuss für Entwicklungshilfe der OECD setze sich Solheim für die Armutsbekämpfung ein. "Die Welt ist überflutet mit Geld, es geht nur darum, das Geld auch richtig einzusetzen: für eine nachhaltige Entwicklung und für die sehr Armen", sagte er vor einigen Monaten im

DW-Interview.

Er glaube fest daran, dass das Ziel bis zum Jahr 2030 realisierbar sein - vor allem in China, zu großen Teilen auch in Indien.

Espinosa: sozial engagiert

Die 57-jährige Patricia Espinosa Cantellano hat einen engen Bezug zu Deutschland. Sie besuchte eine deutsche Schule in Mexiko-Stadt und verbrachte während ihrer Schulzeit ein Jahr auf einem Gymnasium in Ahrensburg in Schleswig-Holstein.

Espinosa studierte internationale Beziehungen und internationales Recht und trat in den Diplomatendienst ein.1993 wurde sie an die Ständige Vertretung bei den Vereinten Nationen in New York entsandt und kümmerte sich dort um soziale Themen wie Menschenrechte, soziale Entwicklung, Frauenförderung, Kinderrechte und Drogenhandel.

Patricia Espinosa, Botschafterin von Mexiko (Foto: picture-alliance/SuccoMedia)

Patricia Espinosa hat eine enge Verbindung zu Deutschland

Unter Felipe Calderón war sie von 2006 bis 2012 Außenministerin Mexikos. Sie bemühte sich dabei besonders um eine

wirtschaftliche Annäherung zwischen Mexiko und den USA.

Sie besiegelte auch eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Mexiko.

Seit 2013 ist Espinosa Botschafterin in Deutschland. Diese Position hatte sie bereits von 2001 bis 2002 inne.

Bundespräsident Joachim Gauck ehrte sie im Jahr 2013 mit dem Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Auch von Österreich, wo sie von 2002 bis 2006 Botschafterin war, erhielt sie im Jahr 2007 eine Auszeichnung: das Große Goldene Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich.

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