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Aktuell Deutschland

Neue Bedrohungslage: Bundeswehr braucht neue Panzer und Funkgeräte

Angesichts des Ukraine-Konflikts und der Annexion der Krim durch Russland ist alles wieder anders: Da sucht die Bundeswehr nach modernem, zeitgemäßem Gerät, und schon ausgemusterte Waffen werden reaktiviert.

Ein Brückenlegepanzer der Bundeswehr (archiv: picture-alliance/Keystone/M. Ruetschi)

Könnten wieder verstärkt benötigt werden: Brückenlegepanzer der Bundeswehr

Die Bundeswehr benötigt wegen der neuen Konfrontationen insbesondere in Osteuropa in den nächsten Jahren Brückenlegepanzer, modernere Funkgeräte sowie Gerät zum Verlegen von Minensperren. Dies erläuterte der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer, in Berlin. Dabei handelt es sich teilweise um Material, an das man nach dem Ende des Kalten Krieges in Deutschland kaum noch gedacht hatte. Insgesamt sind Kosten in Milliardenhöhe zu erwarten.

"Das was uns am meisten drückt, ist das Thema Kommunikation", sagte Vollmer. Die Beschaffung der Funkgeräte würde finanziell den größten Posten ausmachen, so der General. Der Austausch der Geräte werde sich über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten erstrecken. Der Bedarf sei bereits akzeptiert.

Rüstungsarsenal wieder aufgestockt

Das Heer benötige zudem konkret 31 Brückenlegepanzer vom Typ "Leguan", die der Rüstungskonzern Krauss-Maffai Wegmann produziert. Drei Stück würden im kommenden Jahr zur Verfügung stehen. Die Minenverleger existierten zwar noch, müssten aber reaktiviert werden, hieß es. "Es geht darum, all das wieder zu beschaffen, was wir aus nachvollziehbaren Gründen einmal reduziert hatten", sagte Vollmer.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte nach der Abkühlung der Beziehungen zu Russland eine Trendwende bei der Ausrüstung der Bundeswehr angekündigt. Danach sollen die Verbände entgegen früheren Planungen wieder mit dem kompletten Material ausgestattet werden, das sie benötigen, und nicht nur mit 70 Prozent davon.

Hunderte deutsche Soldaten nach Litauen

Mit Blick auf den NATO-Gipfel bekräftigte Vollmer das deutsche Angebot, eines der vier Bataillone zu stellen, die künftig in den Baltenstaaten und Polen Präsenz zeigen sollen. Deutschland sei bereit, die Verantwortung für ein Bataillon in Litauen mit etwa 1200 Soldaten zu übernehmen, sagte der General. Die Bundeswehr werde mindestens die Hälfte dieser Soldaten und damit den Kern des Verbandes stellen.

Die Truppen sollen nicht dauerhaft in Litauen stationiert, sondern immer wieder ausgetauscht werden. Die USA und Großbritannien wollen die Bataillone in Lettland und Estland stellen. Welcher NATO-Partner Soldaten nach Polen schickt, ist dagegen noch unklar. In Diplomatenkreisen hieß es, die USA könnten Druck auf Kanada machen, um diese Aufgabe zu übernehmen.

SC/jj (dpa, rtr)