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Verkehr

Neue Bahnlinie zwischen Afghanistan und Turkmenistan

Eine neue Verbindung soll die beiden ostasiatischen Länder wirtschaftlich nach vorne bringen. In Zukunft könnten Züge gar bis nach Tadschikistan fahren - sofern die Sicherheitslage im zerrütteten Afghanistan das zulässt.

Es sei ein "historischer Tag", verkündete der afghanische Präsident Aschraf Ghani in seiner Rede im turkmenischen Turkmenabad. Dort haben die Staatschefs von Afghanistan und Turkmenistan die neue Bahnverbindung zwischen den beiden Ländern mit einer feierlichen Zeremonie eingeweiht. Zahlreiche Menschen sahen zu, wie ein Güterzug den turkmenischen Zollposten in Imamnasar verließ, um drei Kilometer bis ins afghanische Akina zu fahren.

Insgesamt ist der erste Abschnitt der Verbindung 88 Kilometer lang. Letztlich soll er bis nach Tadschikistan weiterführen und eine Länge von 400 Kilometer erreichen. Allerdings haben bisher weder Afghanistan noch Tadschikistan mit dem Verlegen der Schienen begonnen. Tadschikistan begründet dies vor allem mit der Sicherheitslage im Nachbarland. Seit dem Ende des NATO-Kampfeinsatzes 2014 verschlechterte sich die Situation in Afghanistan zusehends. Regierungstruppen sollen inzwischen nur noch etwa zwei Drittel des Landes unter ihrer Kontrolle haben, während die Taliban zuletzt ihre Angriffe in verschiedenen Landesteilen noch verstärkten.

Turkmenistan Einweihung Eisenbahnstrecke nach Afghanistan (Getty Images/AFP/I. Sasin)

Porträts würdigen die beiden Initiatoren der Bahnlinie: Turkmenistans Staatschef Gurbanguly Berdymuchamedow und sein afghanischer Kollege Ashraf Ghani

Wirtschaftliche Impulse und Unabhängigkeit

Für alle drei an der neuen Bahnlinie beteiligten Länder spricht dennoch vor allem eines für die neue Verkehrsanbindung: Impulse für den Handel. Bisher waren Turkmenistan und Afghanistan nur durch Straßen miteinander verbunden. Für Afghanistan ist es darüber hinaus erst die dritte Bahnverbindung in die Außenwelt. Im September wurde mit einer Bahnlinie Richtung Iran begonnen. Ebenfalls im September wurde eine Zugverbindung nach China eingeweiht. Afghanistan, Indien und der Iran haben darüber hinaus jüngst ein Abkommen für einen gemeinsamen Seehafen im iranischen Chabarhar geschlossen, der dem pakistanischen Seehafen Gwadar Konkurrenz machen soll.

Kabul will sich mit den Verkehrsprojekten auch unabhängiger von pakistanischen Häfen und Verkehrswegen machen. Die lange Grenze zu Pakistan war 2016 mehrmals wegen Streitigkeiten zwischen den beiden Ländern geschlossen worden. 

nin/sti (dpa, afp, ape)

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