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Kultur

Neue Adressbereiche im Internet

Die Internet-Verwaltungsorganisation ICANN hat beschlossen, dass die Adressbereiche im globalen Computernetz zum zweiten Mal seit 1985 ausgeweitet werden. Auf der jährlichen öffentlichen Sitzung erklärte die ICANN am Sonntag (15.02.2002) in Amsterdam, nach der Einführung von sieben neuen Domain-Bereichen im Jahr 2000 solle es eine begrenzte Zahl von weiteren neuen Registrierungsmöglichkeiten für Internet-Adressen geben.

"Wir haben noch viel zu tun", sagte ICANN-Präsident Stuart Lynn. Einzelheiten zu Art und Zeitrahmen der geplanten Erweiterung nannte er nicht. Es wird aber damit gerechnet, dass es neue "Top-Level-Domains" für einzelne Branchen geben soll. Zu den Vorschlägen zählen .travel, .news und .health. Wegen der weitgehend erschöpften Registrierungsmöglichkeiten bei .com wurde 2002 unter anderem der neue Bereich .biz eingeführt.

Die "Internet Corporation for Assigned Names and Numbers" beschloss nach langer Diskussion in Amsterdam auch eine Reform ihrer Organisationsstrukturen. Dabei wird das Direktorium des Gremiums voraussichtlich Anfang nächsten Jahres von 18 auf 15 Mitglieder verkleinert. Diese werden von mehreren Organisationen bestimmt, die dem ICANN angeschlossen sind. Die von Lynn unter dem Eindruck wachsender Kritik an der Arbeit von ICANN betriebene Reform beendet den Versuch einer demokratischen Basisvertretung. Fünf bisherige ICANN-Direktoren, unter ihnen Andy Müller-Maguhn aus Deutschland, waren im Oktober 2000 nach einer offenen Wahl von Internet-Nutzern in das Gremium entsandt worden.

Domain-Namen sind gewissermaßen die Straßennamen im Internet: festgelegte Bezeichnungen für die Teilnehmer am weltweiten Datenverkehr. Da Menschen im Unterschied zu Computern besser mit Namen als mit Zahlen umgehen können, ermöglicht das Domain Name System (DNS) einen praktischeren Umgang mit Adressen im Internet als die für den Datenaustausch zwischen den Rechnern festgelegten numerischen Adressen in vier Blöcken von ein bis drei Ziffern, die sogenannten IP-Adressen (IP steht für Internet-Protokoll). Die Domain-Namen müssen von anerkannten Stellen registriert werden, damit sie von speziellen Internet-Rechnern, den Routern, in IP-Adressen übersetzt werden können.