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Wirtschaft

Neue Abstufungsrunde bei Moody's

Moody's macht weiter: Nachdem am Dienstag die Bonität Italiens herabgestuft wurde, trifft es nun Slowenien, Madeira und acht griechische Banken. Und die Regierung in Athen muss Insolvenz-Gerüchten entgegentreten.

Eingangsbereich der ATE Bank in Athen (Foto: dapd)

Schlechte Zeiten für griechische Banken

Aa3, das ist die neue Bewertung für die Bonität Sloweniens - eine Stufe tiefer als bisher. Und weitere Abstufungen seien nicht auszuschließen, teilte die Ratingagentur Moody's am Freitag (23.09.2011) mit. Begründet wurde der Schritt mit gestiegenen Staatschulden und wachsenden Probleme im Unternehmens- und Finanzsektor. Positiv wertet Moody's allerdings, dass die Rate der öffentlichen und privaten Schulden Sloweniens im internationalen Vergleich relativ niedrig ist. Ein Sprecher der Europäischen Kommission beteuerte dagegen, die slowenische Wirtschaft werde von der EU als gesund bewertet. "Wir bleiben zuversichtlich, dass Slowenien die Herausforderungen in den kommenden Monaten bewältigen wird", sagte er in Brüssel.

Doch was bedeutet die Abstufung? Ein solcher Schritt gilt als Warnung an Käufer von Staatsanleihen oder Schuldtitel, dass das Risiko eines Kreditausfalls gestiegen ist. Solche Herabstufungen führen in der Regel zu höheren Kosten für die Betroffenen, da sie wegen des höheren Risikos höhere Zinsen für weitere Kredite zahlen müssen.

Strafe für das Schulden-Vertuschen

Madeira (Foto: dpa)

Verschuldetes Wanderparadies: Madeira

Schlechte Nachrichten gab es auch für die Regionalregierung der portugiesischen Inselgruppe Madeira. Nachdem zusätzliche Schulden von einer Milliarde Euro in den Büchern aufgetaucht waren, stufte Moody's die Kreditwürdigkeit Madeiras herunter. Die Agentur senkte die Bonität von Madeira um zwei Stufen von B1 auf B3.

Der Präsident der Regionalregierung, Alberto Joao Jardim, bezifferte Madeiras Schulden auf insgesamt rund fünf Milliarden Euro. Zuvor war bekannt geworden, dass Schulden in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro verschwiegen worden waren. Die erhöhte Schuldenlast dürfte nun den Druck auf Portugal erhöhen, das bereits ein Hilfspaket von 78 Milliarden Euro in Anspruch nehmen musste.

Acht griechische Banken herabgestuft

Bereits erwartet wurde die Senkung der Bonitätsnote von acht griechischen Banken. Betroffen sind die National Bank of Greece, EFG Eurobank Ergasias, Alpha Bank, Piraeus Bank, Agricultural Bank of Greece, Attica Bank, Emporiki Bank und General Bank (Geniki). Als Begründung nannte Moody's die schwache Wirtschaft Griechenlands sowie sinkende Einlagen bei den Instituten.

Die griechische Wirtschaft steckt in einem Teufelskreis: Um die Schuldenlast zu verringern, hat die Regierung in Athen erst in dieser Woche ein neues Sparpaket beschlossen. Das aber droht das Land noch tiefer in die Wirtschaftskrise zu stürzen. Viele Experten plädieren deshalb schon seit geraumer Zeit für einen Schuldenschnitt.

Athen dementiert: Kein Schuldenschnitt

Der griechische Finanzminister Venizelos (Foto: dapd)

Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos

Am Freitagmorgen hatten Medienberichte über eine mögliche Insolvenz Griechenlands die Finanzmärkte irritiert. Die Zeitungen "Ethnos" und "Ta Nea" berichteten, Finanzminister Evangelos Venizelos habe eine geordnete Insolvenz mit einem Schuldenschnitt von 50 Prozent für Gläubiger als ein Szenario für sein Land genannt.

Die Regierung dementierte die Berichte umgehend. Venizelos sagte, Griechenland wolle alle Sparauflagen erfüllen. "Alle anderen Diskussionen, Gerüchte, Kommentare, Szenarien, die unsere Aufmerksamkeit von diesem zentralen Ziel und Griechenlands politischen Verpflichtungen lenken, sind nicht hilfreich für unsere gemeinsame europäische Aufgabe", sagte er.

Aktienkurse auf Talfahrt

Die Sorgen um eine mögliche Staatspleite Griechenlands haben die europäischen Börsen abermals in die Verlustzone gezogen. In London, Paris und Frankfurt am Main sackten die Kurse wie schon in den vergangenen Tagen ab.

In Frankfurt sackte der Deutsche Aktienindex am Freitagnachmittag zeitweise unter die Marke von 5000 Punkten, erholte sich aber im Handelsverlauf wieder. Ein Händler beschrieb die Lage so: "Banken, Abschreibungen, Griechenland - diese Worte sind derzeit jederzeit dafür geeignet, die Kurse nach unten zu schicken."

Autor: Martin Muno (dpa, dapd, rtr)

Redaktion: Dirk Eckert

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