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Politik

Neue äthiopische Offensive in Somalia fordert Todesopfer

Bei den schweren Kämpfen gegen mutmaßliche islamische Milizen in Mogadischu haben die Äthiopier erstmals auch Kampfhubschrauber eingesetzt. Es gab mindestens ein Dutzend Tote.

21. März 2007, EPA

Feuer nach Mörseranschlag

Die äthiopische Armee startete am Donnerstagmorgen (29.3.) eine Offensive im Süden der Stadt, bei der sie Panzer, Artillerie und Kampfhubschrauber einsetzte. Mindestens zwölf Menschen wurden getötet und 130 weitere verletzt. In Addis Abeba bekräftigte der äthiopische Regierungschef Meles Zenawi, sein Land habe kein Interesse, längerfristig Truppen in Somalia zu stationieren. Er räumte aber dennoch ein, der Abzug seiner Truppen werde länger dauern als geplant.

Nach Beginn der Kämpfe stand dichter schwarzer Rauch über mehreren Stadtvierteln am Himmel. Augenzeugen berichteten von Artilleriefeuer im Minutentakt. Auch Panzerkanonen seien zu hören gewesen. Zwei Kampfhubschrauber hätten das Viertel rings um das frühere somalische Verteidigungsministerium, in dem die äthiopische Armee ihr Hauptquartier hat, ins Visier genommen. Nach Angaben somalischer Soldaten versuchten regierungsfeindliche Milizen ins Stadtzentrum vorzudringen.

Ingesamt 170 Tote

Verwundeter in Mogadischu, 18. März 2007, AP

Verwundeter nach Artilleriefeuer, 18. März 2007

Bereits in den vergangenen Tagen war der Süden der Stadt Schauplatz heftiger Kämpfe mit mehr als 170 Toten gewesen. Bislang war die somalische Übergangsregierung kaum in der Lage, der anhaltenden Gewalt in der Millionenstadt Einhalt zu gebieten. Somalia hat seit dem Sturz des Machthabers Siad Barre 1991 keine funktionierende Zentralregierung mehr. Im Dezember und im Januar vertrieben somalische und äthiopische Truppen in einer gemeinsamen Offensive die in weiten Teilen des Landes herrschenden Islamisten.

Am Freitag vergangener Woche (23.3.) hatte die von äthiopischen Soldaten unterstützte Übergangsregierung mit Vertretern des Hawiye-Clans einen Waffenstillstand vereinbart. Der Hawiye-Clan steht der Übergangsregierung feindlich gegenüber, weil er sich nicht ausreichend repräsentiert fühlt. Die islamischen Milizen rekrutierten sich zum großen Teil aus Angehörigen dieses Stammes.

Premierminister Zenawi Meles von Äthiopien

Äthiopischer Premierminister Meles Zenawi (Archivbild)

Äthiopien: Kein Interesse an Friedensmission

In weiten Teilen des Landes sind äthiopische Truppen stationiert. Regierungschef Meles Zenawi sagte vor dem Parlament in Addis Abeba angesichts der Offensive, sein Land habe kein Interesse an einer Friedensmission. "Unsere Mission war, die gegen uns gerichtete fundamentalistische Bedrohung zu zerstören, und wir haben dies Ziel erfolgreich erreicht", sagte Meles Zenawi. Seither habe Äthiopien bereits zwei Drittel seiner Soldaten aus Somalia wieder abgezogen.

Neben den äthiopischen Truppen hat die Afrikanische Union (AU) an mehreren strategischen Punkten rings um Mogadischu eine etwa 1500 Soldaten starke Truppe stationiert. Allerdings hat die AU Schwierigkeiten, die geplanten insgesamt 8000 Soldaten zusammenzubekommen. Der UN-Sicherheitsrat hatte der AU Ende Februar das Mandat zu einem sechsmonatigen Militäreinsatz in dem ostafrikanischen Land erteilt. (vem)

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